Occupy-Olma: Dort Pflanzen wo man isst

Kommenden Samstag werden Vertreter der Bewegung „Occupy St. Gallen“, Bauern verschiedener Gruppierungen sowie junge Stadtgärtner für den Trend „Urban Farming“ werben. Mit der anlass wollen die Veranstalter zeigen, dass eine nachhaltigere Produktion möglich ist.

Reto Blunier |

Kommenden Samstag werden Vertreter der Bewegung „Occupy St. Gallen“, Bauern verschiedener Gruppierungen sowie junge Stadtgärtner für den Trend „Urban Farming“ werben. Mit der anlass wollen die Veranstalter zeigen, dass eine nachhaltigere Produktion möglich ist.

Urban Farming (die Organisatoren von Occupy St. Gallen sprechen von Urban Gardening) ist im Trend. Sei es in New York (der Trend schwappte von den USA nach Europa über), Berlin, London, Zürich oder Basel – Städter entdecken die lokale Produktion. Die (viel zu) grosse Auswahl an Lebensmitteln in den Regalen der Detailhändler überfordert die Einkaufenden, man sehnt sich wieder nach einem überblickbaren Sortiment.

Und vor allem die nachhaltige und lokale Produktion gewinnt immer mehr Anhänger – Detailhändler versuchen diesem Trend mit Labels zu folgen. Die Migros beispielsweise unter dem Label „Aus der Region. Für die Region“.

Zwei Kisten auf dem Bärenplatz

Diesen Megatrend nehmen nun auch verschiedene Organisationen auf. Die Bewegung Occupy St. Gallen, die Bauernorganisationen Uniterre, Regioterre, Radiesli, das Bäuerliche Zentrum Schweiz (BZS) sowie junge Stadtgärtner veranstalten kommenden Samstag auf dem Bärenplatz in der Ostschweizer Metropole eine Aktion mit zwei grossen Urban-Gardening-Kisten. Diese werden mit Setzlingen bestückt.

Ziel ist es gemäss dem Communiqué dieser Organisationen, Lösungen aufzeigen, wie eine nachhaltigere Produktion und ein respektvollerer Umgang mit Lebensmitteln möglich sein kann.

Die zwei Kisten werden um 13 Uhr mit einem Pferdegespann zum Bärenplatz gefahren. Begleitet wird das Gespann von der St. Galler Reitmusik. Vor Ort werden die Kisten mit Nüsslisalat und Federkohl bepflanzt. Die Kisten werden über den Winter gepflegt. Die Stadt St. Gallen hat die Veranstaltung wie auch das Aufstellen der Kisten bewilligt.

Dringender Handlungsbedarf

Es herrsche dringenden Handlungsbedarf, heisst es weiter. Der Anbau und Konsum von landwirtschaftlichen Gütern führe zu negativen Auswirkungen wie Hunger, Dürren, Preisexzessen bei Agrarrohstoffen, Menschrechtsverletzungen und massiven Umweltschäden. Es gehe aber auch anders, indem Projekte wie die Vertragslandwirtschaft oder eben das Urban Farming unterstützt werde.

An der Veranstaltung sind verschiedene Redner eingeplant, unter anderem Hans Stalder, Präsident der Neuen Bauernkoordination Schweiz. Die Organisatoren erhoffen sich einen regen Austausch zwischen der Bevölkerung, Landwirten, Wissenschaftler und Oma-Besuchern.

«Die Olma als Landwirtschaftsmesse bietet sich an, um auf einen respektvollen Umgang mit Nahrungsmitteln aufmerksam zu machen », sagt Ueli Gut, Occupy-Aktivist aus St. Gallen gegenüber dem „Blick am Abend“ von Montag.

Olma zeigt sich kulant

Bei der Olma hatten die Verantwortlichen bis am Montagmorgen noch keine Kenntnis vom Anlass. Es sei nicht im Sinne der Olma, dass der Name für andere Veranstaltungen verwendet werde. „Das Thema entspricht aber dem Gedanken der Olma. Wir geben der Landwirtschaft eine Plattform und setzen uns in diesem Sinne auch für nachhaltige Produktion ein“, erklärte Katrin Meyerhans, Abteilungsleiterin der Olma, gegenüber „Blick am Abend“.

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