
«Wir brauchen mehr Ertrag auf den Flächen, die wir bereits bewirtschaften. Die Produktivität und das Einkommen der Landwirte hängen davon ab», so Petra Laux, Syngenta-Managerin.
Daniel Salzmann
Petra Laux ist Nachhaltigkeitschefin der Syngenta-Gruppe. Sie trat am Swiss Forum Agro.Food auf, das während der Messe BEA in Bern stattfand. «Höhere Erträge – geringere Belastung» stand auf ihrer ersten Folie. Das ist seit einem Jahr die oberste Leitlinie in den Syngenta-Nachhaltigkeitsbestrebungen.
Laux verwies auf den kürzlich erschienenen «ESG Report 2025», in dem auf Englisch die erste Nachhaltigkeitspriorität «higher yields, lower impact» heisst. Dort steht, dass der Landwirtschaftssektor, um der steigenden Nachfrage nach Lebensmitteln zu begegnen, die Ernteproduktivität erhöhen und gleichzeitig die Umweltauswirkungen reduzieren müsse. Dazu wolle die Syngenta mit immer wirksameren und präziseren Pflanzenschutzmitteln und mit immer robusteren und ertragreicheren Pflanzenzüchtungen beitragen.
Fleischkonsum steigt
«Wir brauchen mehr Ertrag auf den Flächen, die wir bereits bewirtschaften. Die Produktivität und das Einkommen der Landwirte hängen davon ab. Effizienz auf den vorhandenen Flächen verringert den Druck, weitere Flächen zu roden.» Das stand dann auf der linken Seite einer ihrer Folien.
Auf der rechten Seite wurde die nötige geringere Belastung wie folgt umschrieben: «Die Emissionen müssen sinken – einschliesslich Methan aus Reis und Viehhaltung. Die Entwaldung muss zurückgehen. Bodengesundheit, Wasserstress und der Verlust der biologischen Vielfalt müssen angegangen werden.»
Sie machte auch klar, dass der Klimawandel ein Fakt ist und dass der Mensch diesen beeinflusst. Den Aspekt mit den höheren Erträgen hörten viele nicht so gern, bekannte sie, es heisse, die Menschen sollten weniger Fleisch essen, dann sei dies nicht nötig. «Das wäre so, aber das wird laut der FAO, der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, nicht der Fall sein.»
Die Prognosen der FAO zum Fleischkonsum seien anders, gemäss dieser werde der globale Fleischkonsum nicht ab-, sondern zunehmen. Sie bezeichnete dies auch als «eines der Konfliktthemen mit der Schweiz». Deren Politik führt mit ihrer finanziellen Unterstützung des Bio- und des IP-Suisse-Landbaus bekanntlich zu im Schnitt sinkenden Flächenerträgen im Pflanzenbau.
Sie redet von «Pestiziden»
Laux sprach wiederholt von «Pestiziden». Forumspräsident Matthias Zurflüh sagte zu ihr, er selbst rede nie von Pestiziden, sondern ausschliesslich von Pflanzenschutzmitteln. Sie verwies auf die Herkunft des Wortes: «pestis» steht lateinisch für Seuche oder Plage, «zid» kommt von «caedere» gleich töten. Laux sagte ungerührt, ein Pestizid solle doch eine Krankheit oder ein Schadinsekt töten. Darum sei der Begriff angemessen.