Sie warnen vor ungebremstem Klimawandel

Vor einem ungebremsten Fortschreiten des Klimawandels warnt die Österreichische Hagelversicherung. Ihr zufolge hat es in diesem Jahr in dem Alpenland neuerlich einen Rekord an Hitzetagen gegeben. Das bedeute für die Landwirtschaft vielfach vertrocknete Felder und Ernteausfälle. Der diesjährige Gesamtschaden belaufe sich bereits auf rund 234 Mio. Franken (250 Mio. Euro).

Die Österreichische Hagelversicherung schlägt Alarm. Sollten die Pariser Klimaziele nicht erreicht werden, drohten in dem Alpenland im Jahr 2100 laut Wissenschaft pro Jahr bis zu 80 Hitzetage mit mehr als 30° Celsius, warnte der Vorstandsvorsitzende Kurt Weinberger.

In diesem Jahr sei bereits in Wien ein neuer Rekord mit 47 Hitzetagen erreicht worden, und es sei kein Ende in Sicht.

Kulturen vertrocknen

«Während sich die Tourismusbranche über die heissen Tage freut, steht die Landwirtschaft vor allem im Norden und Osten Österreichs sowie regional auch im Süden durch die historische Anzahl an Hitzetagen vielfach vor vertrockneten Feldern, vor allem bei Mais, Sonnenblumen, Soja, Zuckerrüben und dem Grünland», beklagte Weinberger.

In diesem Jahr sei im österreichischen Agrarsektor bereits ein Gesamtschaden von 234 Mio. Franken (250 Mio. Euro) entstanden, 140 Mio. Franken (150 Mio. Euro) aufgrund der Dürre und 94 Mio. Franken (100 Mio. Euro) durch Frost, Hagel, Sturm und Überschwemmung.

Ernährungssicherheit zunehmend gefährdet

Allein in den letzten zehn Jahren hätten Dürrephasen Schäden von rund 1,22 Mrd. Franken (1,3 Mrd. Euro) in der österreichischen Landwirtschaft verursacht, betonte der Vorstandsvorsitzende. Hinzu komme, dass aufgrund der Folgen der klimawandelbedingten Schäden die nationale Ernährungssicherheit durch Ernteausfälle zunehmend gefährdet werde.

Während die diesjährige Getreideernte dank ausreichender Niederschläge im Frühjahr noch gerettet werden konnte, sei die Situation bei den Herbstkulturen besorgniserregend.

80 Prozent versichert

Weinberger hob hervor, dass mittlerweile rund 80% der Agrarflächen in Österreich gegen Dürre, aber auch gegen Hagel, Überschwemmung, Frost und weitere Risiken versichert seien. Damit sei bei den versicherten Betrieben zumindest ein Teil der Schäden gedeckt.

«Eine Vollkaskoversicherung gibt es trotzdem nicht», gab der Unternehmenschef zu bedenken. Deshalb müsse man die Notwendigkeit von Klima- und Bodenschutz ernst nehmen, um weiterhin einen starken Agrarsektor, verbunden mit einer hohen Lebensmittelversorgung, zu gewährleisten. 

 

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