
Der Getreidehändler stimmte der Zahlung einer zivilrechtlichen Strafe in Höhe von 40 Mio. $ (31 Mio. Franken) zu, ohne dabei eigenes Fehlverhalten zuzugeben oder zu dementieren.
zvg
Schlussstrich unter dem «Buchungsskandal» beim US-Agrarkonzern Archer Daniels Midland (ADM), einem der weltweit grössten Agrarhändler. Mit einem Vergleich sind nun die gegen das Unternehmen gerichteten Untersuchungen der US-Börsenaufsicht abgeschlossen worden.
Der Getreidehändler stimmte der Zahlung einer zivilrechtlichen Strafe in Höhe von 40 Mio. $ (31 Mio. Franken) zu, ohne dabei eigenes Fehlverhalten zuzugeben oder zu dementieren. Im Gegenzug werden die Ermittlungen der Börsenaufsicht gegen ADM eingestellt. Das Justizministerium, das eine eigene Untersuchung durchgeführt hatte, sieht ebenfalls von weiteren Ermittlungen ab, ohne strafrechtliche Anklagen zu erheben.
Interne Buchungen verzerrten Geschäftszahlen
Eine interne Untersuchung bei ADM, an der auch externe Rechtsberater beteiligt waren, hatte Anfang 2024 ergeben, dass verschiedene Verkäufe zwischen den Geschäftseinheiten innerhalb des Unternehmens nicht korrekt verbucht worden waren.
Vom Konzern war die Leistung des Geschäftsbereichs Nutrition zwischen 2019 und 2022 erheblich «aufgebläht» worden, was nach aussen als wichtiger Treiber des Gesamtwachstums des Unternehmens dargestellt wurde.
Konsequenzen für das Management
Der «Buchungsfehler» wurde von ADM freiwillig der Börsenaufsicht gemeldet, was mehrere staatliche Untersuchungen auslöste. Im Zuge dessen war ADM-Finanzchef Vikram Luthar zurückgetreten. Die Börsenaufsicht verklagt Luthar nun wegen Bilanz- und Offenlegungsbetrugs.
Zwei weitere Spitzenmanager erklärten sich bereit, Rückzahlungen und Strafen zu akzeptieren. ADM war nach Aufdeckung des Betrugs gezwungen, seine Finanzberichte zweimal zu überarbeiten, was zu schweren Aktienverlusten und Aktionärsklagen führte.