Ställe landschaftsverträglich bauen

Der Druck auf landwirtschaftliche Nutzflächen nimmt zu. Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz hat einen Leitfaden erstellt, um Bauern und Bauherren auf eine gute Standortwahl und eine sorgfältige Gestaltung von landwirtschaftlichen Gebäuden zu sensibilisieren.

Der Druck auf landwirtschaftliche Nutzflächen nimmt zu. Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz hat einen Leitfaden erstellt, um Bauern und Bauherren auf eine gute Standortwahl und eine sorgfältige Gestaltung von landwirtschaftlichen Gebäuden zu sensibilisieren.

Am Freitag stellte die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) zusammen mit Landwirt und alt-Nationalrat Markus Hausammann sowie Biolandwirt Martin Bigler den neuen Leitfaden vor.

Landwirtschaft im Wandel

Faktoren wie Betriebszusammenschlüsse, grössere Maschinen, strengere Tierschutzvorschriften und enge Verhältnisse in Dörfern führen dazu, dass Bauern neue Bauten erstellen müssen. Im November 2019 wurden die neusten Zahlen zum Bauen ausserhalb der Bauzone. 

Diese belegen, dass landwirtschaftliche Gebäude stetig mehr Boden verbrauchen. «Es ist oft schneller und unkomplizierter, ein Baugesuch für einen ‘Norm’-Stall auf der grünen Wiese einzureichen, als den Umbau und die Ergänzung bestehender Gebäude zu prüfen», sagte Markus Hausammann.

Leitfaden soll sensibilisieren

Der schonungsvolle Umgang mit dem Kulturland sei im ureigenen Interesse von Landwirten. Die Produktionsgrundlage gelte es zu erhalten. Deshalb erachtet er den neuen Leitfaden der SL auch für die Landwirtschaft als wertvolles Hilfsmittel.

«Mit dem Leitfaden wollen wir die betroffenen Akteure sensibilisieren und dafür sorgen, dass in der Landwirtschaft zurückhaltender und sorgfältiger gebaut wird», fasst Franziska Grossenbacher als Autorin des Leitfadens die Motivation der SL zusammen.

Leitfaden gegen Informationsdefizit

Die rege Bautätigkeit ausserhalb der Bauzone bereitet der SL Sorgen. Deshalb interveniert die SL bei Projekten wenn nötig. Gemäss SL herrscht im Bereich Standortwahl, Gestaltung und Einbettung von landwirtschaftlichen Neubauten bei Behörden, Planern und Bauherrschaften ein Informationsdefizit. Ein landschaftsverträglicher Stall sei ein gut ins Landschafts- und Ortsbild integrierter Stall, der die landwirtschaftlichen Anforderungen erfülle, so die Landschaftsschutz Schweiz

«Landschaftsverträglicher Stall»

Martin und Alexandra Bigler-Maier bewirtschaften in Oberholz bei Rubigen BE einen Demeter-Betrieb mit Milchvieh. 2014 haben sie einen neuen Laufstall gebaut. Für Martin Bigler waren bei der Planung nicht nur die funktionalen Anforderungen, die Wirtschaftlichkeit und die Einhaltung von Normen wichtig: «Wir wollten auch einen Stall bauen, der sich gut in die bestehende Hofgruppe integriert.»

Aus Sicht der SL ist der Neubau der Familie Bigler ein gelungenes Beispiel eines «landschaftsverträglichen Stalls». Im Leitfaden werden weitere gute Beispiele präsentiert. Damit werden die landschaftlichen Qualitätskriterien der SL veranschaulicht.

-> Den Leitfaden gibt es hier

Übersicht Qualitätskriterien zur Einbettung in die Landschaft und das Ortsbild 

Standortwahl 

  • Sich mit dem Vorhandenen auseinandersetzen und Planungsinstrumente konsultieren 
  • Standortsuche nicht auf betriebseigene Parzellen beschränken 
  • Abriss oder Umnutzung von bestehenden Gebäuden prüfen 
  • Standortsuche transparent machen 
  • Schutzobjekte respektieren 
  • Standortangepasste Landwirtschaft fördern 

Standortbezug 

  • Sorgsam umgehen mit Kulturland und Fruchtfolgefächen (FFF) 
  • Raumplanerisches Konzentrationsprinzip beachten 
  • Typische Bebauungsmuster der Region berücksichtigen 
  • Neubauten vor landschaftlichem Hintergrund platzieren 
  • Neubauten verankern 
  • Terrainveränderung reduzieren 

Architektur und Identität 

  • Proportion und Massstäblichkeit auf Umgebung abstimmen 
  • Identität wahren 
  • Eindeutige Form und zurückhaltende Materialien wählen 
  • Situationsangepasste Dachform wählen 
  • Potentiale für die Produktion erneuerbarer Energien ausschöpfen 
  • Auf unnötige Sockelbauwerke verzichten 
  • Standortangepasste Umgebungsgestaltung realisieren

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