TV-Doku: Wie retten wir unsere Ernten vor Extremwetter?

60 Grad heisse Äcker, vertrocknete Felder und ein Kampf um jeden Tropfen: Der Extremsommer fordert die Schweizer Landwirtschaft heraus. Die SRF-Sendung «Einstein» zeigt, wie gesunde Böden, neue Anbaumethoden und Hightech unsere Ernten künftig vor Dürre und Starkregen schützen könnten.

pd |

Die Dokumentaion startet in Mönchaltorf ZH. Im «HofLabor» wächst eine der anspruchsvollsten Kulturen: Zwiebeln. Und das weitgehend ohne künstliche Bewässerung, ohne Dünger und ohne Pflanzenschutzmittel. Das Geheimnis liegt auf dem Boden: Eine dicke Schutzdecke aus Pflanzenresten soll Wasser zurückhalten, Hitze abpuffern und das Bodenleben fördern.

Regenwürmer arbeiten unter der Erde, GPS-Traktoren fahren immer in denselben Spuren, rund 200 Gemüse- und Getreidesorten wachsen in einem riesigen Pflanzenmosaik. Klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Doch hält das System auch einem Extremsommer stand? Das prüft «Einstein». Das «HofLabor» ist ein schweizer On-Farm-Innovationsprojekt für Mosaik-Landwirtschaft — ein Anbausystem, das Biodiversität und Lebensmittelproduktion auf derselben Fläche vereint.

-> Mehr dazu gibt es hier

Zwei Bauern – zwei Schicksale

Mitten in der Hitzewelle zeigt sich eindrücklich, wie Wasser über Erfolg oder Missernte entscheiden kann. In Frieswil BE steht Bauer Hannes Brunner vor vertrockneten Wiesen und kleinen Kartoffeln. Bewässern kann er nicht. Seine Bilanz: Rund ein Drittel weniger Kartoffelertrag – und mitten im Sommer muss er bereits die Futterreserven für den Winter anzapfen.

Nur 20 Kilometer weiter ein völlig anderes Bild: Bei Christian Hofer in Aefligen BE stehen die Kartoffeln kräftig und grün. Er kann bewässern. Bodensonden zeigen ihm, wann seine Pflanzen tatsächlich Wasser brauchen. Hightech soll helfen, keinen Tropfen zu verschwenden.

Boden heisser als Asphalt

Zurück in Mönchaltorf folgt die Überraschung: Bodenexperte Hanspeter Liniger misst auf einem nackten Acker fast 60 Grad. Der Asphalt daneben: rund 42 Grad. Der Acker ist heisser als die Strasse.

Eine Wärmebilddrohne macht sichtbar, wie extrem die Unterschiede auf wenigen Metern sind. Für das Leben im Boden wird die Hitze zum Problem. Und wenn nach der Dürre plötzlich Starkregen kommt, droht die nächste Gefahr: Ein Experiment mit vier verschiedenen Böden zeigt drastisch, welchen Unterschied eine stabile Bodenstruktur machen kann.

Hightech gegen Handarbeit

Im «HofLabor» fährt ein eigens entwickelter Jät- und Mähroboter übers Feld. GPS-gesteuert kennt er den Standort jeder Pflanze und entfernt Unkraut, ohne die Kultur zu beschädigen. Die nächste Stufe ist bereits in Sicht: Der Roboter soll künftig autonom arbeiten. Auch unter der Erde wird digital geforscht.

Fast 2'000 einzelne Streifen sind erfasst, ihre Geschichte und Entwicklung werden ausgewertet. Künftig soll künstliche Intelligenz helfen herauszufinden, welche Pflanzen wo am besten wachsen – für mehr Ertrag, gesündere Böden und weniger Risiko.

Hat das HofLabor geliefert?

Am Ende zählt, was tatsächlich vom Feld kommt. Beim besten Zwiebelbeet werden 27 Tonnen pro Hektare geerntet – auf dem Niveau des langjährigen Bio-Durchschnitts. Doch der Erfolg hat einen Haken. Mehr dazu in der Doku.

×

Schreibe einen Kommentar

Kommentar ist erforderlich!

Google Captcha ist erforderlich!

You have reached the limit for comments!

Das Wetter heute in

Lesershop

→ Hier gehts zum Lesershop

Umfrage

Habt Ihr abgealpt?

49.4 % Ja
5.9 % Nein
12.9 % Bereits im Sommer
12.9 % Teilweise
18.8 % Alpe keine Tiere

Teilnehmer insgesamt 85

Zur aktuellen Umfrage

Bekanntschaften

Suchen Sie Kollegen und Kolleginnen für Freizeit und Hobbies? Oder eine Lebenspartnerin oder einen Lebenspartner?