Ukraine: Starke Ölsaatenernte erwartet

Die Ukraine rechnet in diesem Jahr mit einer deutlich grösseren Ernte von Raps und Sonnenblumen. Auch die Getreideernte fällt besser aus als im Vorjahr.

AgE |

Die Ukraine steuert – wie Russland – auf eine gute Ölsaatenernte zu. Darauf hat Landwirtschaftsminister Taras Vysotskyi gegenüber Medienvertretern hingewiesen. Ihm zufolge ist mit einer Gesamternte von rund 20 Mio. Tonnen Raps, Sonnenblumen und Sojabohnen zu rechnen.

Das wären etwa 16% mehr als 2025. Den Anfang machte der Raps, der in diesem Jahr eine Gesamtmenge von 4 Mio. Tonnen erreichte. Damit wurde das Vorjahresergebnis von 3,3 Mio. Tonnen um 21% übertroffen.

Sonnenblumen legen kräftig zu

Das diesjährige Aufkommen an Sonnenblumensaat wird dem Minister zufolge voraussichtlich 12 Mio. Tonnen erreichen. Gegenüber den 9 Mio. Tonnen des Vorjahres wäre dies ein kräftiger Zuwachs von rund einem Drittel. Kleiner als 2025 dürfte hingegen die Sojabohnenernte ausfallen.

Während im Vorjahr etwa 5 Mio. Tonnen eingebracht wurden, sollen es nun rund 4 Mio. Tonnen sein. Vysotskyi zufolge sind bereits 80% der Sonnenblumenfläche abgeerntet; bei den Sojabohnen sollen es 85% sein.

Gute Absatzchancen für Ölsaaten

Sofern Exporte trotz der Schwarzmeerblockade möglich sind, sind die Absatzchancen für Ölsaaten generell gut. Die Verwendung von Pflanzenölen für die Produktion von Biokraftstoffen sorgt aufgrund der aktuell hohen Ölpreise weltweit für eine zusätzliche Nachfrage nach Raps, Sonnenblumensaat und anderen Ölsaaten.

Biokraftstoffe werden gegenüber Erdöl zunehmend wettbewerbsfähiger, was allerdings auch die Teller-Tank-Diskussion weiter befeuern dürfte. Nach Angaben von S&P Global waren Biokraftstoffe in Europa im September 2026 erstmals seit Beginn der Erfassung günstiger als ölbasierte Schiffsbrennstoffe.

Getreideernte über Vorjahresniveau

Gut ausgefallen ist auch die diesjährige Getreideernte in der Ukraine. Das Landwirtschaftsministerium in Kiew meldet ein Weizenaufkommen von 25,5 Mio. Tonnen, nach gut 22 Mio. Tonnen im Vorjahr. Bei einer Anbaufläche von 5,11 Mio. Hektar ergibt sich ein Durchschnittsertrag von 49,5 dt/ha.

An Gerste wurden auf 1,48 Mio. Hektar insgesamt rund 6 Mio. Tonnen eingebracht; das entspricht einem Durchschnittsertrag von 43,3 dt/ha. Die Vorjahresmenge lag bei 5,3 Mio. Tonnen.

Maisernte noch im Gang

Bei der mengenmässig wichtigsten Ackerkultur der ukrainischen Landwirtschaft, dem Mais, sind erst rund 20% der Fläche geerntet.

Vysotskyi wies darauf hin, dass die Basisprognose von 30 Mio. Tonnen aufgrund geringerer Erträge nach unten angepasst werden könnte. 25 Mio. Tonnen könne man garantieren, es könnten aber auch mehr werden. Im vergangenen Jahr hatten die ukrainischen Ackerbauern 23,5 Mio. Tonnen Mais eingefahren. 

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