Vier Landwirte, ein Güllefass

Es ist nicht nötig, dass jeder Landwirt sich selbst Maschinen zum Ausbringen von Gülle zulegt. Gemeinsam kann man sich sogar eine bessere Maschine leisten. Andreas Peter und seine Kollegen erzählen, wie es bei ihnen läuft.

Michael Götz |

Es ist nicht nötig, dass jeder Landwirt sich selbst Maschinen zum Ausbringen von Gülle zulegt. Gemeinsam kann man sich sogar eine bessere Maschine leisten. Andreas Peter und seine Kollegen erzählen, wie es bei ihnen läuft.

Andreas Peter montiert die Doppelräder an seinen Massey Ferguson und kuppelt dann das grosse Pumpenfass in der Remise an. Die Arbeit geht speditiv voran. Kaum hat er die verschiedenen Hydraulikschläuche am Traktor angeschlossen, fährt er den Stützfuss hydraulisch ein, und die Deichsel ist eingehängt.

Profi-Maschine

Jetzt muss er nur noch die Kugelkupplung mit dem Bolzen sichern, und dann ist das Pumpfass bereit. Der Landwirt bewirtschaftet den Feldhof in Sargans, nahe der Markthalle. Zusammen mit Daniel Grünenfelder, Hanspeter Bärtsch und Pascal Broder hat er das Pumpfass mit 10m3 Fassungsvermögen und Schleppschlauchverteiler im Jahre 2009 gekauft.

Die vier Landwirte nutzen es gemeinsam, jeder auf seinem eigenen Betrieb. Per Telefon arrangieren sie sich, wer es zu welcher Zeit benutzt. Rund 100'000 Franken betrug die Investition. Das ist viel Geld. «Doch es ist eine Profi-Maschine», erklärt Peter. Hätte sich jeder selbst ausgerüstet, hätten sie mehr Geld ausgeben müssen. Peter fährt zur Güllegrube und montiert den Schlauch zum Ansaugen der Gülle. Nach knapp drei Minuten ist das Fass voll.

Ohne Zuschüsse

Die Fördermenge der Exzenter-Schneckenpumpe beträgt 4000 l/min bei einem maximalen Druck von 6 bar. Zusätzlich verfügt das Fass über einen Steinfangkasten, um die Pumpe vor Fremdkörpern zu schützen. Das Fass selbst besteht aus Polyester, anstatt wie bei Vakuumfässern aus Metall. Im Fass entsteht  weder Unter- noch Überdruck, dem das Material standhalten müsste. Die Breite des Schleppschlauchverteilers beträgt 12 m.

Die vier Landwirte schätzen an ihrem Pumpfass mit Schleppschlauch nicht nur, dass sie viel Gülle aufs Mal ausbringen können, sondern auch, dass es kaum Geruchsemissionen gibt. «Wir haben den Schleppschlauch aus eigener Überzeugung gekauft», sagt Peter. Sie bekamen keine staatlichen Zuschüsse, wie es sie heute für Ressourcenprogramme gibt.

Unabhängig und mit Plan

«Wenn wir das Fass brauchen, telefonieren wir miteinander», sagt Hanspeter Bärtsch. Das ist der einfachste Weg zu kommunizieren. In Zeiten, in denen das Fass viel gebraucht wird, erstellen die vier Partner einen Plan, damit keiner zu kurz kommt. Jeder fährt mit dem eigenen Traktor. «Wir fahren nicht für andere. Wir sind so schon ausgelastet», hält Peter fest.

Manchmal mieten sie das Fass einem Nachbarn aus, aber nur, wenn sie es nicht selbst benötigen. Insgesamt rechnen sie mit 300 Fass, die pro Jahr ausgebracht werden. Das eigene Güllefass macht die Landwirte unabhängig von Lohnunternehmern, welche zwar die Gülle ausbringen, aber nicht immer zur gewünschten Zeit und zu den Konditionen, die den Landwirten passen. Ihre gegenseitigen Rechte und Pflichten haben sie in einem schriftlichen Vertrag festgelegt. Für Reparaturen kommen die Landwirte gemeinsam auf.

Miteinander reden

Jeder bringt seine Fähigkeiten ein. Broder ist gelernter Landmaschinenmechaniker und hat vergangenen Winter die Pumpe überholt. Voraussetzung, dass die Zusammenarbeit funktioniert, ist, dass man miteinander redet, ist Peter überzeugt. Auch die «Chemie» muss stimmen. «Wir haben eine ähnliche Einstellung», sagt der Landwirt. Sie achten zum Beispiel darauf, dass das Fass nach dem Einsatz sauber zurückkommt, so, wie man es selber vom anderen erwartet.

 

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