Agridea baut Wissenstransfer für Beratung und Praxis aus

Agridea will ihre Angebote für landwirtschaftliche Beratung und Praxis weiter stärken. An der 72. Delegiertenversammlung in Sarnen stellte die Organisation vor, wie zusätzliche Bundesmittel ab 2026 eingesetzt werden sollen. Im Zentrum stehen Weiterbildung, digitale Werkzeuge und praxisnahe Projekte.

mgt/ats |

Im vergangenen Geschäftsjahr verzeichnete Agridea eine hohe Nachfrage nach ihren Dienstleistungen. Insgesamt wurden 115 Kurse durchgeführt, rund ein Drittel davon online, schreibt die Organisation in einer Mitteilung. Die Zufriedenheit der Teilnehmenden lag laut Agridea bei 95 Prozent.

Auch die Fachinformationen für Beratungsdienste, Schulen und Landwirtschaftsbetriebe wurden stark genutzt. Mehr als 37'000 Publikationen wurden verteilt und über 54'000 Dokumente heruntergeladen. Zudem wurden 922 Softwarelizenzen verkauft, was laut Agridea die zunehmende Bedeutung digitaler Werkzeuge im Betriebsmanagement zeigt.

Solides Ergebnis trotz anspruchsvollem Umfeld

Finanzchef Alex Müller präsentierte an der Delegiertenversammlung einen Rückblick auf das Geschäftsjahr 2025. Trotz einer Kürzung des Grundauftrags um zwei Prozent schloss Agridea das Jahr lediglich mit einem kleinen Defizit ab.

Gleichzeitig stiegen die Einnahmen aus Drittmittelprojekten um 10,4 Prozent auf 6,9 Millionen Franken. Direktor Lukas Kilcher führte die Entwicklung auf die konsequente Ausrichtung der Angebote an den Bedürfnissen der Praxis und auf Zukunftsthemen zurück.

Praxisnahe Projekte für Landwirtschaftsbetriebe

Agridea stellte zudem verschiedene Projekte vor, die Forschung, Beratung und Praxis verbinden. Dazu gehört unter anderem ein Deckungsbeitragsrechner für Bio-Zuckerrüben, der Produzentinnen und Produzenten bei betriebswirtschaftlichen Entscheidungen unterstützen soll.

Weiterentwickelt wurde auch das Instrument «Smart-N», das satellitengestützte Daten nutzt, um die Stickstoffdüngung parzellenspezifisch und ressourcenschonend zu optimieren.

Zusätzliche Mittel für Zukunftsthemen

Dank einer Erhöhung des Grundauftrags von 8,036 auf 9,236 Millionen Franken kann Agridea ihre Angebote weiter ausbauen. Die zusätzlichen Mittel sollen unter anderem in Projekte zur Einkommenssicherung, Ertragssicherheit, Digitalisierung und Smart Farming fliessen.

Laut Direktor Lukas Kilcher ermöglicht die Aufstockung, die steigende Nachfrage nach Beratungsleistungen besser abzudecken und gleichzeitig stärker auf die Bedürfnisse der Kantone einzugehen.

Wechsel im Vorstand

An der Delegiertenversammlung wurden zudem personelle Änderungen im Vorstand beschlossen. Neu vertreten die Kantone ab September 2026 Sabine Müller von Grangeneuve FR und Michel Darbellay, Leiter des Amts für Landwirtschaft des Kantons Jura. Sie ersetzen Nadine Degen und Jean-Paul Lachat.

Für die Mitgliederorganisationen wurde Manuel Haldemann von den Junglandwirten neu gewählt. Alexandra Cropt von Agora wurde für eine weitere Amtszeit bestätigt.

Präsidentin Esther Gassler betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit innerhalb des landwirtschaftlichen Wissenssystems. Gemeinsam könnten Lösungen entwickelt werden, die einen konkreten Mehrwert für die Landwirtschaftsbetriebe schaffen würden.

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