Ausserfamiliäre Hofübergabe soll Landwirtschaft im Tessin stärken

Im Tessin rückt der Generationenwechsel in der Landwirtschaft zunehmend in den Fokus. Die Kleinbauern-Vereinigung hob an einer Medienkonferenz hervor, dass ausserfamiliäre Hofübergaben in Zukunft eine zentrale Rolle spielen werden.

ats/mgt |

Die Schweizer Landwirtschaft steht vor einem Umbruch: In den kommenden fünf Jahren werden mehrere tausend Betriebsleitende pensioniert. Gleichzeitig ist eine Hofnachfolge innerhalb der Familie nicht mehr selbstverständlich. «Insbesondere im Tessin, wo viele junge Menschen andere Berufswege einschlagen», so die Kleinbauern-Vereinigung.

Digitale Plattform als Vermittlungsinstrument

Diese Entwicklung führt dazu, dass ausserfamiliäre Hofübergaben an Bedeutung gewinnen. Zwar schliessen weiterhin junge Menschen landwirtschaftliche Ausbildungen ab, doch der Zugang zu einem eigenen Betrieb bleibt schwierig, teilt die Kleinbauern-Vereinigung mit. Hohe Kaufpreise, administrative Hürden und der zunehmende Druck auf landwirtschaftliche Flächen würden die Situation zusätzlich erschweren. Im Tessin kommt hinzu, dass viele Betriebe klein strukturiert und oft auf mehrere Standorte verteilt sind.

Um den Zugang zu Höfen zu erleichtern, setzt sich die Kleinbauern-Vereinigung seit Jahren für ausserfamiliäre Hofübergaben ein. Mit einer 2024 lancierten digitalen Plattform wurde ein neues Instrument geschaffen, das nun auch in der italienischsprachigen Schweiz stärker genutzt werden soll. Die Plattform soll es Hofsuchenden sowie Betriebsleitenden ohne Nachfolge ermöglichen, miteinander in Kontakt zu treten und sich in einem geschützten Rahmen auszutauschen. Ziel ist es, den Übergabeprozess zu erleichtern und landwirtschaftliche Betriebe langfristig zu erhalten.

Zusammenarbeit im Tessin zeigt Wirkung

Die Medienkonferenz im Agriturismo Il Salicolo in Tenero wurde gemeinsam von der Kleinbauern-Vereinigung, dem kantonalen Landwirtschaftsamt sowie dem Tessiner Bauernverband organisiert. Alle Beteiligten betonten die Bedeutung gemeinsamer Anstrengungen für einen erfolgreichen Generationenwechsel.

In den vergangenen Jahren konnten im Tessin bereits mehrere ausserfamiliäre Hofübergaben umgesetzt werden. An der Veranstaltung wurden drei Betriebe vorgestellt, die heute von neuen Betriebsleitenden geführt werden – darunter ein Milchvieh- und Käsebetrieb sowie ein Hof mit Agrotourismusangebot.

Impulse für die Zukunft

Die Veranstaltung verdeutlichte sowohl die Herausforderungen als auch die bestehenden Lösungsansätze. «Mit der digitalen Plattform und dem Engagement von Verbänden und Behörden steht im Tessin ein wachsendes Unterstützungsnetz zur Verfügung», hält die Vereinigung fest.

Ziel bleibt es, landwirtschaftliche Betriebe zu erhalten und jungen Fachkräften langfristige Perspektiven zu bieten. Die ausserfamiliäre Hofübergabe wird dabei als wichtige Alternative zur Betriebsaufgabe gesehen.

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