
Ziel der Elektrischen Blackengabel: Wirksame Alternative zu chemischen Behandlungen, die den gesetzlichen Auflagen und der Resistenz von Unkräutern gerecht wird, die Arbeitsbelastung verringert und gleichzeitig eine nachhaltigere und effiziente Landwirtschaft fördert.
zvg
Der landwirtschaftliche Innovationspreis wird alle zwei Jahre für besonders innovative Projekte aus der Land- und Ernährungswirtschaft vergeben. Für die 19. Ausgabe wählte die Jury unter dem Vorsitz von Staatsrat Didier Castella fünf Finalisten aus.
Dank der Unterstützung der deutsch- und französischsprachigen Freiburger Raiffeisenbanken beträgt die gesamte Preissumme 30'000 Franken. Dies teilt die Direktion der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft (ILFD) mit.
Chemiefreie Unkrautbekämpfung überzeugt
Den Hauptpreis in der Höhe von 15'000 Franken erhält das Projekt «Elektrische Blackengabel». Die Entwicklung ermöglicht eine chemiefreie Bekämpfung von Blacken und eignet sich insbesondere für den Biolandbau sowie für sensible Flächen und Randstreifen.
Nach Angaben der ILFD stellt die Lösung eine wirksame Alternative zu chemischen Herbiziden dar. Sie trage den gesetzlichen Anforderungen sowie der zunehmenden Resistenz von Unkräutern Rechnung, reduziere den Arbeitsaufwand und unterstütze eine nachhaltigere und effizientere Bewirtschaftung. Die Jury sprach sich einstimmig für das Projekt aus.
-> 5000 Blacken in der Stunde: Strom statt Stechen
Edouard Overney, Biolandwirt und Maschinenbauingenieur aus Villars-sur-Glâne FR, hat die elektrische Blackengabel entwickelt. Das Frontgerät wird an den Traktor angebaut und erfasst die Wiese mit zwei Kameras. Eine künstliche Intelligenz erkennt die Blacken, bevor Elektroden gezielt einen Stromimpuls auslösen. «Zwei Kameras filmen beim Überfahren der Wiese den Bestand, die KI erkennt Blacken mit einer sehr hohen Sicherheit.»
Deutlich weniger Arbeitsaufwand
Die Technik richtet sich insbesondere an Betriebe, die auf Herbizide verzichten oder Blacken in Pufferstreifen und entlang von Hecken einzeln bekämpfen müssen. Laut Overney lassen sich mit dem Prototyp bis zu 5000 Blacken pro Stunde behandeln. «5000 Blacken pro Stunde sind realistisch.» Für eine Hektare mit starkem Blackenbefall benötige die Maschine rund zwei Stunden, während das manuelle Ausstechen etwa 80 Arbeitsstunden beanspruche.
Der Strom zerstört das Pflanzengewebe unmittelbar, ohne grössere Lücken im Grasbestand zu hinterlassen. Die Entwicklung wird von Freiburg Agri&Food unterstützt. Das Interesse aus der Praxis sei bereits gross. «Ich habe schon viele Anfragen von Landwirten und Lohnunternehmern, aber auch von Händlern erhalten.»
Publikum zeichnet Drohnenprojekt aus
Der mit 5000 Franken dotierte Publikumspreis wurde über eine Online-Abstimmung vergeben. Er ging an das Projekt «Drohnenüberwachung».
Dieses kombiniert Drohnen mit Telemetrietechnologie, um Asiatische Hornissen gezielt aufzuspüren. Laut Mitteilung soll die Lösung Bienenvölker besser schützen und gleichzeitig einen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität und der Ernten leisten.
Anerkennung für weitere Finalisten
Die drei übrigen Finalprojekte wurden ebenfalls ausgezeichnet. Sie erhalten jeweils einen Anerkennungspreis von 3000 Franken. Damit würdigt der Innovationspreis insgesamt fünf Projekte, die mit neuen Ansätzen zur Weiterentwicklung der Land- und Ernährungswirtschaft beitragen.