Foodwaste war gestern: Mit diesen Tipps leben Lebensmittel länger

Pro Person werden in der Schweiz jährlich Lebensmittel für 620 Franken weggeworfen. Die Organisation foodwaste.ch und die Stiftung Pusch geben wertvolle Tipps, damit der Kampf gegen Food Waste garantiert gelingt.

sda |

Im Rahmen einer nationalen Aktionswoche weisen über 50 Organisationen auf Lebensmittelverschwendung hin. Jährlich landen 2,8 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll, wobei fast ein Drittel auf die Privathaushalte zurückgeht. Bis 2030 will der Bund diese Menge halbieren. Bisher wurden aber erst fünf Prozent des Zieles erreicht, wie ein Zwischenbericht des Bundesamts für Umwelt zeigte.

Vom Planen übers Verwerten und Retten: Mit diesen Massnahmen landen garantiert weniger Lebensmittel im Abfall:

Planen: Vor dem Einkauf Kühlschrank, Tiefkühler und Vorräte prüfen. Ein Wochenmenüplan und eine Einkaufsliste helfen, gezielt einzukaufen. Für die genaue Mengenberechnung bei Rezepten eignen sich Portionenrechner.

Einkaufen: Einkäufe auf nüchternen Magen vermeiden. Kleinere Packungen oder den Offenverkauf bevorzugen, um bedarfsgerecht einzukaufen. Regionale und saisonale Produkte wählen, da diese dank kurzer Transportwege länger frisch bleiben. Auch Obst und Gemüse mit optischen Schönheitsfehlern sind qualitativ einwandfrei.

Lagern: Das Prinzip «First in, First out» anwenden: Ältere Vorräte nach vorne, neue nach hinten stellen. Die Kühlschranktemperatur auf 5 Grad einstellen und die Kältezonen nutzen: Fleisch und Fisch unten, Milchprodukte in der Mitte, Gekochtes oben lagern. Kälteempfindliches wie exotische Früchte, Tomaten oder Kartoffeln dunkel und bei maximal 18 Grad aufbewahren. Nachreifende Früchte (etwa Äpfel) wegen des Reifegases stets separat lagern. Trockenprodukte in luftdichten Gefässen vor Schädlingen schützen. Extratipp: Frischprodukte verderben nicht, wenn sie rechtzeitig eingefroren, blanchiert, gedörrt, eingelegt oder vakuumiert werden.

Prüfen: Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Wegwerfdatum. Mit den Sinnen (sehen, riechen, schmecken) kann festgestellt werden, ob Lebensmittel noch geniessbar sind. Aber Achtung: Bei Fleischprodukten sollte der Hinweis «zu verbrauchen bis» strikt eingehalten werden. Sie lassen sich aber vor dem Ablaufdatum problemlos einfrieren.

Kochen: Nur so viel zubereiten, wie gegessen wird. Lebensmittel ganzheitlich verarbeiten: Bei Gemüse stecken viele Vitamine in der Schale oder im Strunk, beim Fleisch hilft das Prinzip «Nose to Tail» (von der Schnauze bis zum Schwanz) gegen Verschwendung. Reste kühlen oder kreativ zu neuen Gerichten – etwa Croutons, Smoothies oder Aufläufen – verarbeiten. Reste retten geht übrigens auch im Restaurant: Was auf dem Teller bleibt, einpacken lassen. Wer einen eigenen Behälter mitbringt, kann sogar den Einwegabfall vermeiden.

Retten: Wer zu viel Lebensmittel im Kühlschrank hat, kann sie entweder im Umfeld weitergeben oder rechtzeitig in öffentliche Kühlschränke stellen. Unterwegs bieten Apps wie «Too Good To Go» oder spezialisierte Läden Lebensmittel oder Gerichte vom Vortag an.

Zu guter Letzt lassen sich ungeniessbare Produkte oft auch umfunktionieren: Ranziges Speiseöl eignet sich zur Pflege von geöltem Holz, alter Kaffeesatz als Körperpeeling.

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