
Die Kosten für Treibstoff und Kapital haben sich gegenüber dem Vorjahr nur wenig verändert.
Fendt
Der Kostenkatalog (ehemals Maschinenkostenbericht) enthält Kostenansätze für Maschinen, hoftechnische Einrichtungen, Gebäude und Arbeit.
Vollerhebung
Er unterstützt Landwirtschaftsbetriebe bei Investitions- und Organisationsentscheiden. Der Kostenkatalog hilft bei der Beurteilung, ob sich der Kauf einer Maschine lohnt oder ob Miete, Maschinengemeinschaften oder Arbeiten durch Lohnunternehmen wirtschaftlicher sind. Zudem lassen sich die Kosten von hoftechnischen Einrichtungen wie Melkanlagen oder Entmistungsrobotern berechnen. Zusammen mit dem Online-Programm «TractoScope» können die Richtwerte an die Verhältnisse einzelner Betriebe angepasst werden. Der Kostenkatalog erscheint jährlich im September.

Die Kosten für Folien zur Futterkonservierung sind deutlich teurer geworden.
Hermann Limacher
Nun hat Agroscope die Ausgabe 2026 publiziert. Er ist bis im September 2027 gültig. «Die Kosten für die Nutzung von Landmaschinen haben sich dieses Jahr je nach Maschinentyp nur leicht erhöht oder bleiben stabil», heisst es in der Erklärung dazu. Nach 2022 erfolgte dieses Jahr wieder eine Vollerhebung der Neupreise. Über die letzten vier Jahre zeigten sich Preissteigerungen von insgesamt 5 bis 15 % − je nach Maschinentyp. Im gleichen Zeitraum haben sich der Euro und der US-Dollar um 12% respektive 14% vergünstigt. «Ohne die Erstarkung des Schweizer Frankens wäre die Preissteigerung deutlich stärker ausgefallen», heisst es weiter. Preise für Treibstoff und Kapital sind im Vergleich zum letzten Jahr weitgehend stabil geblieben.
Höhere Folienpreise
Mit Ausnahme der Folienpreise (+19 %) dürften sich die geopolitischen Verwerfungen im Nahen Osten wohl erst verzögert auf die Maschinenkosten auswirken. Die Kosten für eine Kilowattstunde elektrische Energie sind weiterhin stabil geblieben. Der innerlandwirtschaftliche Lohnansatz bleibt bei 32 Franken je Arbeitsstunde, der ausserlandwirtschaftliche steigt um einen Franken auf 50 bis 80 Franken pro Stunde. Der Preisindex für Gebäude ist wiederum um gut 1 % (2025: 0.8%) angestiegen. Die Anschaffungspreise für hoftechnische Einrichtungen blieben dagegen weitgehend stabil.
Links zum Kostenkatalog
Der Kostenkatalog enthält Richtwerte für die Kosten von Maschinen, Arbeit, Gebäude und Hoftechnik. Er umfasst 60 Seiten.
-> Hier den Kostenkatalog 2026 downloaden
-> Verrechnungsansätze für Schneeräumarbeiten: Winter 2026−2027
Die mittleren Anschaffungspreise der Hoftechnik basieren auf fünf Erhebungsjahren und sind weitgehend stabil geblieben. Für 2026 erfolgte keine Anpassung der Neupreise.
Überarbeitung der gelisteten Maschinen
Im Kostenkatalog entsprechen die publizierten Anschaffungspreise dem Mittelwert der Brutto-Neupreise über die letzten 8 Jahre. «Damit werden Preisschwankungen abgefedert», schreibt Agroscope. Die Richtwerte für Motorfahrzeuge sind neben der Auslastung auch von den Entwicklungen der Treibstoffpreise abhängig, welche im Vergleich zum Vorjahr um knapp 3 % (Diesel) erhöht werden mussten. Die Datengrundlage ist retrospektiv und bezieht sich auf das Jahresmittel von Juli 2025 bis Juni 2026.

Bei den Feldspritzen erfolgte eine Anpassung der Auslastung und des Tankvolumens
Agrarfoto
Im Zuge der Preiserfassung wurden Maschinentypen gestrichen, die nicht mehr erhältlich waren. Neu aufgeführt sind zusätzliche Beregnungsmaschinen, ein Dosiergerät mit Zubringerband sowie eine Punktspritze für den Obstbau. Bei den Feldspritzen erfolgte eine Anpassung der Auslastung und des Tankvolumens. Weiter wurde die technische Nutzungsdauer von grösseren Traktoren auf 12’000 Stunden erhöht.
Maschinen sind in einem grossen Mass für die hohen Produktionskosten der Schweizer Landwirtschaft verantwortlich. Die Maschinen auf den Schweizer Landwirtschaftsbetrieben würden im Vergleich zu ausländischen Betrieben aufgrund der kleineren Betriebsstruktur oft schlecht ausgelastet. «Eine überbetriebliche Nutzung der Maschinen kann die Fixkosten pro Einsatzstunde markant senken», hält Agroscope fest.
Hoftechnik und Gebäude
Hoftechnische Einrichtungen dienen ähnlich wie Landmaschinen der Arbeitserleichterung und Arbeitszeitreduktion. Aufgrund der hohen Bedeutung der Tierhaltung in der Schweizer Landwirtschaft führen sie zu erheblichen Arbeitszeitreduktionen im Bereich des Melkens, der Fütterung sowie des Entmistens. Zusätzlich sind auch Lagereinrichtungen aufgeführt.
Die im Kostenkatalog enthaltenen Jahreskosten dienen zum Vergleich mit den Maschinenkosten, insbesondere für die Betriebsplanung. «Denn maschinelle Verfahren konkurrieren mit hoftechnischen Einrichtungen, vor allem in der Fütterung und Entmistung», schreibt Agroscope.
Der Kostenkatalog enthält für verschiedene Ökonomiegebäude indizierte Gebäudekosten bzw. Investitionssummen je Tiereinheit. Die Werte werden anhand des Baupreisindex des Bundesamtes für Statistik jährlich aktualisiert.
Grundlagen und Richtwerte
Die Datensammlung enthält Grundlagen und Richtwerte für die Entschädigung überbetrieblich eingesetzter Landmaschinen sowie Kostenansätze für Arbeit, Gebäude und hoftechnische Einrichtungen. Die Entschädigungsansätze sind ausdrücklich als Richtwerte zu verstehen, schreibt Agroscope. Sie erlauben unter den getroffenen Annahmen eine kostendeckende Benutzung der Maschine. In der Praxis sind die verhandelten und schliesslich angewandten Entschädigungsansätze auch durch Angebot und Nachfrage bestimmt.
Die aufgeführten Arbeitsleistungen beziehen sich nur auf die effektive Feldarbeitszeit. Stör-, Rüst- und Wegzeiten sind (ausser bei Transportgeräten) nicht berücksichtigt. Bei motorisierten Geräten sind die Treibstoffkosten inklusive und müssen bei Selbsttankung von den Richtwerten abgezogen werden. Für Kostenberechnungen im Einzelfall können die Annahmen entsprechend der konkreten Betriebssituation und den aktuellen Preisen im Programm «TractoScope» angepasst werden.