
Exoskelette sind tragbare Unterstützungssysteme, die Rücken und andere Körperregionen entlasten.
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Gemüse ernten, Rebstöcke schneiden, Kisten umstapeln. Viele Arbeiten in der Landwirtschaft belasten den Rücken. Rückenschmerzen und Muskel-Skelett-Erkrankungen sind häufige Folgen. Wie die Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) mitteilt, können Exoskelette dabei helfen, diese Belastungen bei bestimmten Bewegungen zu reduzieren.
Rückenbeschwerden sind weit verbreitet
Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen in der Landwirtschaft. Schätzungen zufolge leiden mindestens zwei Drittel der in der Landwirtschaft tätigen Personen regelmässig unter Rückenschmerzen oder chronischen Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE).
Was sind Exoskelette?
Exoskelette sind tragbare Unterstützungssysteme, die Rücken und andere Körperregionen entlasten. Passive Systeme nutzen Federn oder Gummizüge, um einen Teil der Muskelarbeit zu übernehmen. Aktive Systeme arbeiten mit Motoren und einer eigenen Energiequelle. In der Landwirtschaft kommen vor allem passive Exoskelette zum Einsatz, da sie wartungsarm sind, keine Energie benötigen und einfach gereinigt werden können. pd/ome
Die Folgen reichen von Schmerzen und Müdigkeit bis hin zu Leistungseinbussen und Fehlzeiten. Dadurch entstehen auch für die Betriebe Produktivitätsverluste und zusätzliche Kosten. Laut BUL hat Prävention deshalb nicht nur gesundheitliche, sondern auch betriebswirtschaftliche Bedeutung.
Prävention beginnt nicht erst bei Schmerzen
Rückenprobleme entstehen meist schleichend. Besonders belastend sind Arbeiten in vorgebeugter Haltung, sich wiederholende Bewegungen, das Heben und Tragen von Lasten sowie lange Arbeitstage ohne ausreichende Erholungspausen.
Laut BUL können neben ergonomischen Arbeitstechniken, technischen Hilfsmitteln, Ausgleichsbewegungen und Kräftigungsübungen auch Exoskelette zusätzliche Unterstützung bieten.
Vorteile von Exoskeletten
Exoskelette wurden entwickelt, um die körperliche Belastung bei bestimmten Tätigkeiten zu verringern. Insbesondere bei Arbeiten in vorgebeugter Haltung oder bei sich wiederholenden Bewegungen können sie Unterstützung bieten. Die BUL nennt folgende mögliche Vorteile:
- Entlastung der Rücken- und Hüftmuskulatur
- Verringerung von Muskelermüdung
- Weniger körperliche Erschöpfung
- Unterstützung einer ergonomischeren Arbeitshaltung
- Geringere kardiovaskuläre Belastung (Anm. d. Red.: das Herz und die Blutgefässe betreffend)
- Erhalt der Arbeitsfähigkeit bei körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten
- Höhere Arbeitszufriedenheit durch geringere Belastung
Die Wirkung hänge von der Tätigkeit, der Tragedauer sowie von der korrekten Anpassung und Anwendung ab.
Exoskelette ergänzen bestehende Massnahmen
Exoskelette seien jedoch keine Wunderlösung. Sie ersetzen weder ergonomische Arbeitsweisen noch technische Hilfsmittel. Vielmehr ergänzen sie bestehende Präventionsmassnahmen und können zur Reduzierung der körperlichen Gesamtbelastung beitragen. Die Grundlage für einen gesunden Rücken bilden nach wie vor sichere Arbeitsmethoden, eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung, Kräftigungsübungen und ausreichende Erholung.

Exoskelette wurden entwickelt, um die körperliche Belastung bei bestimmten Tätigkeiten zu verringern.
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Je nach Bauart können Exoskelette bei knienden oder hockenden Arbeiten sowie bei sehr dynamischen Bewegungsabläufen Einschränkungen mit sich bringen. Vor einer Anschaffung sollte deshalb geprüft werden, für welche Tätigkeiten sie eingesetzt werden sollen.
-> Intelligente Exoskelette machen Arbeit leichter
Erst testen, dann entscheiden
Da nicht jedes Exoskelett für jede Tätigkeit geeignet ist, empfiehlt die BUL einen Praxistest unter realen Arbeitsbedingungen. Wichtig seien zudem die richtige Anpassung und Anwendung. Bei bestehenden Rückenbeschwerden oder nach Operationen sollte vor dem Einsatz ärztlicher Rat eingeholt werden.
-> Die BUL bietet einen Testservice für ein rückenentlastendes Exoskelett an.