Seminarreihe für innovative Betriebsleiter

Der abtretende Agrarwirtschaftsdozent und Betriebsberater Bendicht Münger organisiert eine Seminarreihe, die sich an Praxisprofis der Schweizer Landwirtschaft richtet.

Tobias Strahm |

Ende Jahr geht Bendicht Münger in Pension. Statt sich mit einem klassischen Apéro zu verabschieden, organisiert der Agronom und Agrarwirtschaftsdozent an der Hochschule für Agrar-, Forst und Lebensmittelwissenschaften (Hafl) eine Seminarreihe, die Forschung und landwirtschaftliche Praxis zusammenbringen soll. Im Oktober und im November werden auf dem Ischhof in Aetigkofen SO studentische Arbeiten und Praxisprojekte zu Agronomie, Betriebswirtschaft, Technik und Raumplanung vorgestellt.

Bendicht Münger, Jahrgang 1961, ist auf einem Bauernhof aufgewachsen und hat zunächst Landwirt gelernt. Danach studierte er Agronomie und arbeitete unter anderem in der landwirtschaftlichen Beratung, war Geschäftsführer der Agro-Treuhand Grangeneuve und später Dozent an der Hafl. Die Nähe zur Praxis sei ihm dabei immer wichtig geblieben. Mit der Seminarreihe möchte Münger vor allem Arbeiten sichtbar machen, die jungen, innovativen Betriebsleiterinnen und Betriebsleitern einen Mehrwert geben. «Die jungen Leute sind nicht blöd», sagt er.

Programm Seminarreihe

Ort: Ischhof, Britternstrasse 4, 4583 Aetigkofen SO:

• 20. 10.: Milchproduktion und ­Nischenmärkte; Stallbaukosten; Direktvermarktung; Robotik und Photovoltaik.

• 29. 10.: Gülle-Bodenleitungen; Bewässerung und Bewässerungsnetze; Kooperation und Maschinenring

• 3. 11.: Generationenwechsel; Investitionen; Agrarkredite und Finanzierung; administrative Verzögerungen.

• 10. 11.: Baukosten; Milchproduktion und Investitionen; Melktechnik; ­Arbeitsverwertung und Betriebsstrategie.

• 19. 11.: KI in Buchhaltung und Agro-Treuhand; Cyberangriffe; konkrete KI-Anwendungen.

• 26. 11.: Bodenrecht und Raum­planung; Umnutzung landwirtschaftlicher Gebäude; Wohnungsnot und Kosten.

Ablauf: Referate und Diskussionen vormittags und nachmittags, gemeinsames Mittagessen.

tst

Etwas zurückgeben

Zeit und Arbeit, die sie investierten, müssten für praxisnahes, anwendbares Wissen genutzt werden. Gleichzeitig gehe es darum, «die Zukunft der Schweizer Landwirtschaft mit gescheiten praxisnahen Themen zusammenzubringen und zu diskutieren». Die Reihe sei auch eine Möglichkeit, den Studierenden, die sich intensiv mit landwirtschaftlichen Fragestellungen beschäftigt hätten und jetzt bereit seien, in der Praxis die aktuell grossen Herausforderungen anzugehen, «etwas zurückzugeben – wir brauchen gut ausgebildete Leute dringender denn je».

Im Zentrum stehen deshalb nicht nur Referate, sondern der Austausch zwischen Studierenden, Landwirten und Fachleuten. Besonders ansprechen will Münger motivierte Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter. Seine Botschaft trotz steigender Anforderungen und zahlreicher Auflagen: «Geht in die Selbstständigkeit, es lohnt sich in jedem Fall.» Gute Ideen, tiefere Kosten, Flexibilität und Zusammenarbeit seien entscheidend. Die Reihe richtet sich daneben an angehende Betriebsleiter, Meisterlandwirte, Studierende sowie weitere Fachpersonen aus der Land- und Ernährungswirtschaft.

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