Ina Hielscher führt gemeinsam mit ihrem Freund den Hielscher Hof in Leichlingen im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen. Auf dem Familienbetrieb mit Hofkäserei und Hofgastronomie ist die Landwirtin für die 230 Milchkühe verantwortlich. «Mein Bruder ist aktuell noch in der Ausbildung, er wird später auch in den Betrieb einsteigen», so Hielscher.
Ihr Vater Bernd Hielscher erzählt von der grossen Zuchtbegeisterung seiner Tochter. Er selbst sei noch auf dem Betrieb tätig, versuche sich aber mehr und mehr zurückzuziehen. Ina Hielscher nimmt ihre knapp 18’000 Follower auf Instagram mit in ihrem Alltag auf dem Hof. An der Messe in Berlin werden Hielschers unterstützt von der Berlinerin Lena Sander, die seit 2017 an der Messe mit dabei ist.
Die Kuh ist nicht lila
Noch früh am ersten Messetag hatten die Agrarscouts noch wenig Kontakt mit Besuchern. Sie sind aber vorbereitet, um den Interessierten die Landwirtschaft näherzubringen. Feline Schrader sagt, sie habe sich vor allem auf Fragen bezüglich Pflanzenschutz vorbereitet. «Es kommen zudem meist Fragen zur Tierhaltung, da die Besucher nicht genau wissen, wie diese in Deutschland aussieht», führt sie aus. Rene Möhring erzählt von seinen Erfahrungen, die ihn teilweise etwas traurig stimmten: «Die Kinder fragen manchmal, wo denn die lila Kuh ist.»

Agrarscouts auf der grünen Woche: Philomena Mögele, Nico Köneking, Feline Schrader und Rene Möhring (v.l.)
Anine Hungerbühler
Anbau auf 1000 Hektaren
Ein weiterer Betrieb, der sich an der Grünen Woche zeigt, ist der Hof BodenGut in Gersheim im Bundesland Hessen. Vor Ort ist Jirko Stiller, Geschäftsführender Gesellschafter, der für den Vertrieb verantwortlich ist. «Wir führen den Betrieb mit rund 70 Mitarbeitenden.» Während der Saison würden zusätzlich 300 Saisonkräfte beschäftigt. Sein Bruder Timon Stiller sei für die Landwirtschaft verantwortlich.
Auf 800 ha Eigenland und insgesamt rund 1000 ha Fläche baut der Betrieb Gemüse, Spargeln, Beeren, Obst und Arzneikräuter an und betreibt Ackerbau. Vermarktet wird alles selbst: «Ziemlich alle grossen Ketten zählen zu unseren Kunden», so Stiller. Er hat den Betrieb im Jahr 2020 von seinen Eltern übernommen.

Dominik Waldbauer, Jirko Stiller und Inga Zeller (v.l.) vom Hof BodenGut.
Anine Hungerbühler
Er ist für die Milchbauern vor Ort
Am Stand des Milchland Niedersachsen gibt Landwirt Henner Drögemüller Auskunft über die Milchwirtschaft. Er ist auf einem Ackerbau- und Milchwirtschaftsbetrieb aufgewachsen, den er später übernehmen möchte. In Berlin tauscht er sich nicht nur mit der nicht- landwirtschaftlichen Bevölkerung aus sondern auch mit Berufskollegen. «Wir sprechen beispielsweise darüber, wie die Ställe bei uns in Niedersachsen aussehen.»
Wegen der Aktualität der Maul- und Klauenseuche gebe es auch viele Fragen dazu. «Ich bin hier um ein Sprachohr für die Milchwirtschaft zur Gesellschaft zu sein», so Drogemüller. Dafür engagiert er sich zu einen gerne, da er viel Tradition in der Milchviehhaltung sieht aber auch wegen der Zukunft. Er sehe die Milchwirtschaft als Zukunftsform der Tierhaltung in Deutschland aufgrund der Möglichkeit zur Nutzung des Graslands.

Henner Drögemüller für das Milchland Niedersachen an der Grünen Woche.
Anine Hungerbühler
Die Grüne Woche in Berlin dauert noch bis zum 26. Januar. Aufgrund der Maul- und Klauenseuche sind keine Paarhufer vor Ort (siehe Galerie).






