Unfälle mit Rindvieh reduzieren

Viele Gefahren im Umgang mit Rindern entstehen durch Routine und vermeintliche Vertrautheit. Eine bewusste Arbeitsweise, regelmässige Kontrollen und geeignete Hilfsmittel helfen, Risiken deutlich zu reduzieren und die Sicherheit im Betriebsalltag zu erhöhen.

Die Arbeit mit Rindern gehört zum Alltag vieler landwirtschaftlicher Betriebe – birgt jedoch auch erhebliche Risiken. Selbst ruhige Tiere können unvorhersehbar reagieren, und kleine Unachtsamkeiten reichen aus, um schwere Unfälle zu verursachen.

Mit einfachen organisatorischen und technischen Massnahmen lassen sich viele Gefahren deutlich reduzieren, teilt die Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) auf ihrer Homepage mit..

Arbeiten im Schlagbereich der Hinterbeine

Wer beim Melken, Scheren oder Behandeln neben oder hinter einer Kuh kniet oder kauert, befindet sich im sogenannten Schlagbereich der Hinterbeine. Ein einzelner Tritt kann schwere Verletzungen wie Knochenbrüche oder Kopfverletzungen verursachen. Dabei gilt: Auch scheinbar ruhige Tiere können jederzeit ausschlagen.

Für mehr Sicherheit empfiehlt es sich, grundsätzlich im Stehen zu arbeiten und den Oberkörper ausserhalb des Gefahrenbereichs zu halten. Ein ruhiger Umgang mit dem Tier, kontinuierlicher Körperkontakt sowie das Vermeiden hektischer Bewegungen reduzieren das Risiko zusätzlich. Rutschfeste Schuhe mit Zehenschutz und geeignete Melk- oder Behandlungsstände bieten weiteren Schutz.

Defekte Weidezäune als Unfallrisiko

Beschädigte Elektrozaunlitzen oder -bänder verlieren ihre Leitfähigkeit. Tiere erkennen die Begrenzung schlechter, können ausbrechen und auf Strassen oder fremde Flächen gelangen. Dies erhöht die Unfallgefahr erheblich.

Regelmässige Kontrollen sind entscheidend: Defekte Teile sollten sofort repariert und nur mit geeigneten Verbindern ersetzt werden. Auch das Freihalten des Zauns von Bewuchs sowie die Überprüfung der Spannung mit einem Prüfgerät tragen zur Funktionssicherheit bei. Bei grösseren Schäden empfiehlt sich ein vollständiger Austausch betroffener Abschnitte.

Stolperfallen durch herumliegende Werkzeuge

Im Stall liegen gelassene Mist- oder Heugabeln stellen eine oft unterschätzte Gefahr dar. Sie können zu Stich- oder Schnittverletzungen führen und erhöhen gleichzeitig das Stolperrisiko für Mensch und Tier.

Werkzeuge sollten nach Gebrauch konsequent an festen, gut sichtbaren Plätzen aufbewahrt werden. Halterungen oder Wandhaken helfen dabei, Ordnung zu schaffen und Arbeitsbereiche frei von Hindernissen zu halten.

Vorsicht bei Mutterkühen mit Kälbern

Mutterkühe zeigen nach der Geburt einen ausgeprägten Schutzinstinkt. Eingriffe am Kalb – etwa zur Kontrolle oder Kennzeichnung – können aggressive Reaktionen der Kuh auslösen.

Sichere Arbeitsabläufe setzen geeignete Einrichtungen voraus, etwa Abkalbeboxen mit Fixierungsmöglichkeiten oder Abtrenngitter. Wichtig ist zudem, nicht zwischen Kuh und Kalb zu stehen und die Mutter während der Arbeiten am Kalb räumlich zu sichern.

Quetschgefahr am Selbstfanggitter

Bei Arbeiten am Kopf der Kuh, beispielsweise beim Anlegen eines Halfters oder bei Behandlungen, besteht ein erhöhtes Risiko, dass Hände eingeklemmt werden. Bewegungen des Tieres können dazu führen, dass Hände zwischen Kopf und Metallteilen geraten.

Eine sichere Handposition ist daher entscheidend. Zusätzliche Fixierungen wie Kopfstützen können helfen, das Tier ruhig zu halten und die Arbeit sicherer zu gestalten.

Leitern im Tierbereich richtig einsetzen

Leitern im Stall oder auf der Weide bringen zusätzliche Risiken mit sich. Tiere können dagegen stossen und sie zum Umkippen bringen, während verschmutzte Böden die Rutschgefahr erhöhen.

Vor dem Einsatz sollten Tiere abgesperrt oder fixiert und der Boden gereinigt werden. Anstellleitern sollten nach Möglichkeit von einer zweiten Person gesichert werden. Festes Schuhwerk trägt ebenfalls zur Sicherheit bei.

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