Wetterextreme belasten Bauernfamilien stark

Die anhaltende Trockenheit und Wetterextreme haben die Belastung für Bauernfamilien in der Schweiz erhöht. Ernteausfälle, fehlendes Tierfutter und Schlafmangel sorgen für psychischen Stress und Spannungen, wie das Bäuerliche Sorgentelefon berichtet.

sda |

Die Anzahl der Anfragen sei jedoch nicht mit anderen Jahren zu vergleichen, weil in früheren Jahren solche Wetterextreme meist regional sehr unterschiedlich aufgetaucht seien, teilte das Bäuerliche Sorgentelefon der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage mit. Der Trend gehe in Richtung extremer, flächendeckender und von regional zu national.

Die derzeit am häufigsten genannten Probleme der Anruferinnen und Anrufer seien die persönliche und finanzielle Betroffenheit durch Krankheiten bis hin zu Schlachtungen von Tieren, schlechte bis keine Ernteerträge bei Ackerkulturen, Wasserknappheit für Tier, Mensch und Ackerkulturen bis hin zu fehlendem Wasser.

Auch höhere Produktionskosten und Dauerstress durch die unermüdliche 24-Stunden-Bewässerung von Kulturen mit der Angst vor Ernteeinbussen oder -ausfällen würden bei den Beratungsgesprächen genannt.

Die grösste psychische Belastung entstehe aus der Kombination der verschiedenen Faktoren. Dazu zählten die Sorge um zu wenig Futter, das teuer zugekauft werden müsse oder gar nicht mehr erhältlich sei, kranke Tiere, sowie die Notwendigkeit, gesunde Tiere zu schlachten.

Der enorme Mehraufwand für die Wasserversorgung durch nächtliche Bewässerung der Felder führe zu Schlafmangel. Ernteausfälle und der Druck durch tiefe Marktpreise verstärkten das Gefühl der Hilflosigkeit und führten zu Existenzängsten. Die eigene körperliche und psychische Gesundheit sei ebenfalls ein zentrales Thema.

Auswirkungen auf das Familienleben

Einerseits könnten Belastungen den Familienzusammenhalt zwar stärken und das gemeinsame Erreichen eines Ziels fördern, «beispielsweise bei der Rettung der Ernte oder im gemeinsamen Umgang mit der Trauer über Tierverluste, etwa infolge erzwungener Schlachtungen».

Andererseits könne sich die teilweise enorme Zusatzbelastung auch negativ auf das Zusammenleben auswirken. «Je länger Mehrbelastungen und Stress anhalten, desto höher die Wahrscheinlichkeit von Krisen und Konflikten», schrieb die Medienverantwortliche weiter.

Das Bäuerliche Sorgentelefon, ein gemeinnütziger Verein, riet Betroffenen, über ihre Situation zu sprechen und Unterstützung anzufordern. Wichtig seien auch Toleranz gegenüber sich selbst und dem Umfeld sowie die Solidarität unter den Landwirten.

Das Team rapportiere jedes Telefongespräch. Anrufe seien anonym und niederschwellig. Das Sorgentelefon erhält jährlich 100 bis 160 Anrufe, die offiziell registriert werden, jedoch ohne Zweit- oder Drittmelder, die anonyme Hilfe suchen, wie es weiter hiess. Frauen würden zudem mehr anrufen als Männer.

Kommentare (7)

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  • Äedu | 10.08.2026
    Als wäre die Belastung infolge der Hitze und Trockenheit nicht schon schlimm genug, erfahrt die Landwirtschaft in sozialen Medien viel Hass und Niveaulose Kommentare.
    Es ist schon sehr erschreckend was da zum Teil für Kommentare gepostet werden!
    Solche Menschen müssten wirklich einmal eine Woche nichts zu essen bekommen.
    • Daniela Nef | 11.08.2026
      Ja, genau,mehr aös eine Woche. Ich glaibe,irgendwann,wenn das so weitergeht,sei es,mit kleinen Höfen,die quasi nicht rentieren,aber grosse,Betriebe,die immense Maschinenkosten haben,das rentiert dann. Und jetzt noch weniger Futter. Von überall her bekommt man einen Tritt in den Arsch,das haben die Bauern gar nicht verdient. Schliessluch schauen sie,dass die Alpen nicht verbuschen. Dann kommt das saudumme Raubtier Wolf,das viele wmotional beschäftigt und grosse Tiete auch oackt,nicht nur kleinere,das alles bringt das Fass langsam aber sicher zum Überlaufen. Jetzt noch Kühe,die die Grippe haben u d weniger Milch geben,neist frischgekalbte und diese hässlichen Bemerkungen,dass wir ja Direktzahlungen erjalten. Dabei könnte niemand in diesem Land überleben ohne diese. Wenn wir mehr für Fleisch und Milch bekämen,würden wir sehr gerne verzichten. Das ist aber im Moment gar nicht dee Fall. Milchpreis zu tief,Sauenschlschtpreis zu tief und jetut noch Futtermangel,teures Futter. Das geht gar nic
  • Mario | 10.08.2026
    Mein Mitgefühl haben die Bauern. Weiss wie sich Existenzängste anfühlen.
    • Daniela Nef | 11.08.2026
      Danke wenigstens noch jemand,der die Bauern verstwht und keine bösen Worte uns an den Grind schleudert. Danke
  • Ölbert Rösti | 10.08.2026
    Die rechtsbürgleriche Panikmache mal wieder. Geniesst doch einfach den schönen Sommer, das gab es schon immer!
  • Ketzer | 10.08.2026
    Welche Probleme?
    Das gütige Landwirtschaftsamt hat uns doch erlaubt, die Öko Wiesen früher zu beweiden.
    Somit sind alle Probleme gelöst?
    • Blüemlibuur | 10.08.2026
      Die Ökowiesen, welche über die Jahre schon so ausgemagert sind, dass schon die Erde darunter zu Staub ohne Würmer wurde...?
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