Wie sieht die landwirtschaftliche Beratung von morgen aus?

Wie muss sich die landwirtschaftliche Beratung aufstellen, um Betriebe wirksam in die Zukunft zu begleiten? Am Symposium «Vernetzt und kompetent für die Landwirtschaft der Zukunft» diskutierten über 100 Fachpersonen, wie Beratung, Digitalisierung und Kompetenzen zusammenspielen müssen.

pd/ome |

Wie müssen sich Beratungsdienste aufstellen und welche Kompetenzen benötigen Beratungskräfte, um Landwirtschaftsbetriebe wirksam bei ihrer Zukunftsentwicklung zu begleiten? Mit diesen Fragen setzte sich das erste Agridea-Symposium «Vernetzt und kompetent für die Landwirtschaft der Zukunft» am Inforama Rütti in Zollikofen BE auseinander. Über 100 Fachleute aus den Bereichen Beratung, Bildung, Praxis, Forschung und Vollzug diskutierten gemeinsam, wie die Beratung angesichts steigender Anforderungen weiterentwickelt werden kann.

Künstliche Intelligenz: Nicht ob, sondern wie nutzen

Insbesondere die nächste Generation von Betriebsleiterinnen und Betriebsleitern sieht sich mit zunehmender Komplexität und Unsicherheit konfrontiert, etwa bei Hofübernahmen. Damien Rey, Präsident der Junglandwirtekommission, verdeutlichte die Erwartungen der Praxis an eine zeitgemässe Beratung. Digitalisierung und künstliche Intelligenz seien dabei zentrale Elemente.

«Die Frage lautet nicht, ob KI die Beratung ersetzen wird, sondern wie KI genutzt werden kann, um Landwirtinnen und Landwirte besser zu begleiten», betonte Rey. Entscheidend sei eine ganzheitliche und hybride Beratung, die digitale Instrumente nutzt und gleichzeitig individueller wird.

-> Hier können Sie sich über die 6 Handlungsfelder der Agridea informieren

«Gute Beratung schafft Orientierung»

Auch Elfriede Berger von der Hochschule für Agrar‑ und Umweltpädagogik Wien erkennt einen Wandel in der Beratungsarbeit. «KI übernimmt zunehmend Routineaufgaben und ermöglicht personalisierte Beratungsangebote. Der Fokus verschiebt sich von der reinen Wissensvermittlung hin zur Begleitung bei komplexen Entscheidungen», erklärte sie. Dennoch bleibe der Mensch zentral, insbesondere bei strategischen Fragen.

In der Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass gute Beratung weit über die Vermittlung von Fachinformationen hinausgeht. «Gute Beratung – ob analog oder digital – schafft Orientierung, vernetzt Wissen und begleitet Betriebe praxisnah in ihrer Weiterentwicklung», fasste Agridea‑Direktor Lukas Kilcher zusammen.

Entscheidungen werden komplexer

Am Nachmittag rückten konkrete Praxisprojekte und Zukunftsthemen in den Fokus, darunter der Einsatz von KI, der Umgang mit PFAS, regionale Wertschöpfung sowie Aus‑ und Weiterbildung. Durch die Weiterentwicklung der Agrarpolitik erhalten Betriebe mehr unternehmerische Freiheit, gleichzeitig steigen jedoch die Anforderungen an das Management und die Entscheidungsfähigkeit.

«Digitale Werkzeuge können zu einem sparsamen Ressourceneinsatz und zu effizientem Management beitragen», so Kilcher. Entscheidend bleibe jedoch, «dass Beratung persönlich und nah an der Realität der Betriebe bleibt».

20-Jahr-Jubiläum

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Zusammenschlusses der Beratungszentralen Lausanne und Lindau betonten Vertreter von Bund und Kantonen die Bedeutung der Agridea. Stefan Müller, Präsident der Landwirtschaftsdirektorenkonferenz, bezeichnete Beratung als wichtigen Hebel für die Einkommens‑ und Lebensverhältnisse der Bauernfamilien. Christian Hofer, Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft, betonte die Rolle der Agridea als zentrale Akteurin im landwirtschaftlichen Wissens‑ und Innovationssystem.

Mit einem neuen Corporate Design und dem Tätigkeitsprogramm 2026 zeige die Agridea, dass sie die Beratung der Zukunft aktiv, vernetzt und praxisnah mitgestaltet.

-> Hier gehts zum Tätigkeitsprogramm 2026

-> Den Jahresbericht 2025 der Agridea können Sie hier nachlesen

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