
Rund 4000 Ärztinnen und Ärzte fordern vom deutschen Finanzminister Lars Klingbeil eine Zuckersteuer.
KI erstellt
Die gesundheitspolitische Dringlichkeit sei hoch, heisst es in dem Schreiben, das unter anderem vom Präsidenten der Bundesärztekammer unterzeichnet wurde. Initiiert wurde der Ärzteappell von der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (Dank), der Verbraucherorganisation Foodwatch sowie dem Verbraucherzentrale Bundesverband.
Die Unterzeichnenden fordern die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder dazu auf, bei der anstehenden Abstimmung im Bundesrat für die Einführung einer Zuckersteuer zu stimmen.
Ernährungsbedingte Krankheiten verursachen Kosten in Milliardenhöhe
Aus ärztlicher Sicht nehmen ernährungsbedingte Erkrankungen seit Jahren deutlich zu. «Die Folgen sehen wir tagtäglich in Praxen und Kliniken», heisst es in dem Appell. Genannt werden unter anderem Übergewicht und Adipositas bereits im Kindesalter, frühe Stoffwechselstörungen, Typ‑2‑Diabetes, Fettlebererkrankungen sowie Karies. «Dem Gesundheitssystem entstünden dadurch jedes Jahr Kosten in Milliardenhöhe», heisst es in einer Mitteilung von Foodwatch.
Unterzeichnet wurde der Aufruf bislang von rund 4000 Ärztinnen und Ärzten. Zusätzlich haben sich mehr als 1000 Ernährungsberaterinnen, Diabetesberater sowie Apothekerinnen der Initiative angeschlossen. «Die Ärzteschaft erlebt jeden Tag, welche gesundheitlichen Auswirkungen eine ungesunde Ernährung haben kann. Wir brauchen weniger Reparatur, sondern wirksame Prävention. Eine Zuckersteuer ist mehr als überfällig», sagt Barbara Bitzer, Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft.
Auch höhere Steuern für Tabak und Alkohol
Aktuell berät die Bundesregierung über Reformvorschläge einer Expertenkommission zur Weiterentwicklung des Gesundheitswesens. Neben höheren Steuern auf Tabak und Alkohol empfiehlt das Gremium auch die Einführung einer Zuckersteuer auf gesüsste Getränke.
«Bundesgesundheitsministerin Warken bewertete die Massnahme aus Präventionsgründen als sinnvoll, auch Familienministerin Prien hat bereits ihre Zustimmung für den Vorschlag signalisiert», schreibt Foodwatch.