
Die Österreichische Volkspartei will gemeinsam mit den betroffenen Branchen eine freiwillige Herkunftskennzeichnung für Fleisch, Milch und Eier in der Gastronomie einführen und dafür ein praktikables, schweizweit einheitliches System entwickeln.
Monika Neidhart
Die Österreichische Volkspartei will gemeinsam mit den betroffenen Branchen ein freiwilliges System zur Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie entwickeln. Ziel sind mehr Transparenz und einheitliche Regeln für Fleisch, Milch und Eier.
Die Österreichische Volkspartei (ÖVP) geht die seit Jahren vielfach geforderte Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie nun aktiv an. Der Präsident des Bauernbundes, Georg Strasser, kündigte an, dass unter Einbindung aller relevanten Interessenvertretungen entlang der Wertschöpfungskette ein System entwickelt werden soll, das breite Akzeptanz findet und sich in der Praxis bewährt.
Aufbauend auf praxistauglichen Modellen sollen einheitliche Regeln für eine flächendeckende Lösung erarbeitet werden. Vorgesehen ist eine schrittweise Einführung für Fleisch, Milch und Eier nach dem Modell «AT–EU–Non-EU» – vorerst auf freiwilliger Basis.
Einfaches und praktikables System
Initiiert wurde das Projekt von der Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ). «Bisher wurde öffentlich vor allem darüber diskutiert, was nicht möglich ist. Wie ein solches System konkret funktionieren könnte, wurde hingegen nie im Detail untersucht. Das soll sich nun ändern», erklärte Kammerpräsident Josef Moosbrugger. Ziel sei ein einfaches, automatisiertes System, das für die Gastronomie praktikabel und unbürokratisch sei und gleichzeitig eindeutig Auskunft über die Herkunft der tierischen Primärzutaten Milch, Fleisch und Eier gebe.
Moosbrugger betonte zugleich, dass ein solcher Schritt nicht von heute auf morgen umgesetzt werden könne. Die Ausarbeitung erfordere viel Detailarbeit und müsse für alle Beteiligten praktikabel sein. Eine durchgängige Transparenz werde nur funktionieren, wenn sie auch auf breite Akzeptanz stosse. Mit dem Kammerprojekt «Gut zu Wissen» sei dafür bereits erhebliche Vorarbeit geleistet worden. Damit sei eine gute Grundlage für die Weiterentwicklung geschaffen.
Breite Zustimmung aus der Landwirtschaft
Die Ankündigung stösst in der österreichischen Landwirtschaft auf breite Zustimmung. Der Niederösterreichische Bauernbund begrüsste die Initiative der Volkspartei. Damit werde ein wichtiger Schritt hin zu mehr Transparenz, fairen Wettbewerbsbedingungen und bewussten Kaufentscheidungen der Konsumentinnen und Konsumenten gemacht.
Aus Sicht von Bio Austria ist die angekündigte freiwillige Herkunftskennzeichnung jedoch lediglich «ein wichtiger erster Schritt». Langfristiges Ziel müsse eine verpflichtende Regelung sein. Auch der Verein «Land schafft Leben» begrüsste die Ankündigung ausdrücklich. Entscheidend sei nun, dass aus den Ankündigungen verbindliche Regeln würden, die für alle Betriebe gelten und konsequent kontrolliert werden.