
Österreichs Regierung führt den Agrardiesel wieder ein. Dieser wurde im Jahr 2012 von der damaligen SPÖ/ÖVP-Koalition aus Spargründen gestrichen.
agrarfoto.com
Österreichs Regierung führt den Agrardiesel wieder ein. Im Doppelbudget für 2027 und 2028, auf das sich die Wiener Koalition Ende April grundsätzlich einigte, sind für diese Massnahme pro Jahr jeweils 50 Mio. Euro (46 Mio. Franken) vorgesehen. Diese Finanzspritze soll die hohen Betriebsmittelkosten der Landwirtschaftsbetriebe spürbar abmildern, die Wettbewerbsfähigkeit der Bauern verbessern und zugleich die Lebensmittelversorgung in dem Alpenland sicherstellen.
Die genauen Modalitäten der Hilfsmassnahmen müssen noch ausgearbeitet werden. Angestrebt wird eine möglichst unbürokratische Lösung. Landwirtschaftsvertreter begrüssen die Entlastung, verweisen aber auf weiter bestehende Herausforderungen. Neue steuerliche Belastungen für Bauern sind derweil nicht vorgesehen.
Einigung trotz Spardruck
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig hob hervor, dass die Einigung trotz des sehr hohen Spardrucks gelungen sei. Für den ÖVP-Politiker ist dies ein klares Bekenntnis der Regierung zu den bäuerlichen Familienbetrieben. Totschnig zufolge ist der Preis für Agrardiesel in Österreich der zweithöchste in der EU.
Der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, Josef Moosbrugger, sieht mit dem Agrardiesel eine zentrale Forderung nach Entlastung der Landwirtschaft umgesetzt. Angesichts der vielen weiteren Herausforderungen - von Kostensteigerungen über Bürokratie bis zu den EU-Finanzplänen - sei dies dennoch «kein Grund zum Jubeln».
Bauernverband erfreut
Erfreut zeigte sich der Präsident des Bauernbundes, Georg Strasser, darüber, dass es gelungen sei, neue Belastungen für die Landwirtschaft zu verhindern. Weder die zuvor ins Spiel gebrachte Vermögens- und die Erbschaftsteuer noch eine Erhöhung der Grundsteuer seien Teil der Budgeteinigung. Entscheidend ist, dass die Unterstützung über den Agrardiesel direkt bei den bäuerlichen Betrieben ankomme.
Die langjährige steuerliche Begünstigung von Diesel für die Land- und Forstwirtschaft wurde im Jahr 2012 von der damaligen SPÖ/ÖVP-Koalition aus Spargründen gestrichen. Von 2022 bis Ende 2025 gab es eine temporäre Agrardieselermässigung. Dabei wurde ein pauschaler Betrag je Hektar land‑ und forstwirtschaftlicher Fläche zurückerstattet, und zwar per Antrag über den Mehrfachantrag-Flächen (MFA) bei der Agrarmarkt Austria (AMA).