
Österreich konnte 2025 fast 10 % seines Energiebedarfs durch Wasserkraft decken.
Ursula Ruch
Bioenergie hat in Österreich erstmals Erdgas überholt. Die Erneuerbaren stellten im vergangenen Jahr rund 21 % des Bruttoinlandsverbrauchs an Energie, während es bei Erdgas 19,7 % waren. Das geht aus der vorläufigen Energiebilanz 2025 hervor.
Immerhin konnte das Alpenland 2025 fast 10 % seines Energiebedarfs durch Wasserkraft decken. Weitere 2,8 % kamen aus der Photovoltaik und 2,4 % aus der Windenergie hinzu. Auf fossiler Seite steht hingegen der Anteil von Öl in Höhe von 30,5 %; das ist noch immer die stärkste Säule der Energieversorgung.
Kritik am langsamen Ausstieg aus fossilen Energien
Dem Präsidenten des Österreichischen Biomasse-Verbandes, Franz Titschenbacher, geht der hohe Anteil der Bioenergie noch nicht weit genug. «Es fehlt nicht an erneuerbaren Lösungen, sondern am Willen zum Ausstieg aus fossilen Energien», so seine Kritik.
Die Elektrifizierung auf der einen Seite und der Ausbau der Biomasse auf der anderen könnten gemeinsam ein zu 100 % fossilfreies, leistbares und umweltfreundliches Energiesystem ermöglichen.
Biomassestrategie setzt ambitionierte Ziele
Titschenbacher verwies auf die 2025 vorgelegte Biomassestrategie der Österreichischen Energieagentur. Diese zeige, dass in Österreich bis 2040 ein Anteil von 30 bis 50 % Bioenergie an der Energieversorgung möglich sei.
Jetzt gelte es, die Wälder klimafit zu machen, das anfallende Holz für den raschen Ausstieg aus Öl und Gas zu nutzen und gleichzeitig fossile Materialien durch Holz zu ersetzen.
Wald unter Druck durch den Klimawandel
Allerdings zeigt sich laut Titschenbacher am österreichischen Wald auch, wie dringend der Umbau der Energiesysteme und die Abschwächung des Klimawandels seien.
Der Wald habe sich binnen eines Jahrzehnts vom Hoffnungsträger zu einem der am stärksten Betroffenen des Klimawandels gewandelt. Das Rekordaufkommen an Schadholz zeige die Notwendigkeit eines zügigen Waldumbaus.