Agrardiesel: So hoch sind die Behilfen in den EU-Staaten

Mehrere EU-Staaten stützen ihre Landwirtschaft weiterhin mit gezielten Hilfen gegen die hohen Agrardieselpreise. Während Spanien die Krisenbeihilfe verlängern will, setzt Deutschland auf einen allgemeinen Tankrabatt für alle.

AgE |

Spanien verlängert seine Krisenbeihilfe für den Kauf von Agrardiesel bis zum Jahresende. Das hat Landwirtschaftsminister Luis Planas jetzt bei einem Treffen mit Bauernverbänden zugesagt. Offiziell beschlossen ist die Massnahme aber noch nicht.

Sollte Ende September auslaufen

Ursprünglich sollte der seit März gewährte Zuschuss Ende September auslaufen. Er beträgt bisher 20 Cent (19. Rp.) pro Liter. Ob er in derselben Höhe fortgeführt wird, liess Planas offen. Abzüge drohen, da gemäss dem aktuellen EU-Beihilferahmen maximal 70 % der krisenbedingten Mehrkosten ausgeglichen werden dürfen.

Der Zuschuss ergänzt die reguläre spanische Steuerrückerstattung auf Agrardiesel, die ausserhalb der Krisenbeihilfe bei 6,37 Cent (6,03 Rp.) pro Liter liegt. Bisher lief diese Unterstützung parallel zu einem allgemeinen Tankrabatt für die Gesamtbevölkerung. Letzterer läuft jedoch nach aktuellem Stand Ende dieses Monats aus.

In Polen soll die Rückerstattung steigen

Auch andere EU-Staaten sind bemüht, die hohen Kraftstoffkosten für die Landwirtschaft abzufedern. So plant beispielsweise Polen, die Rückerstattung für Agrardiesel spürbar zu erhöhen. Ein entsprechender Gesetzentwurf befindet sich gegenwärtig im Regierungsverfahren.

Demnach soll der Erstattungsbetrag auf umgerechnet 43 Rappen (0,46 Euro) je Liter angehoben werden. Zum Vergleich: Seit Anfang 2026 liegt der Satz bei 32 Rappen (0,34 Euro), im Jahr 2025 waren es 31 Rappen (0,33 Euro) je Liter.

Frankreichs Bauern fordern Verdopplung

Frankreich gehört ebenso wie Spanien und zum Beispiel Portugal zu den Ländern mit einer speziellen krisenbedingten Beihilfe. So erhalten Frankreichs Landwirte derzeit noch bis mindestens Ende Oktober eine Kraftstoffbeihilfe im Umfang von 15 Cent pro Liter. Zufrieden ist der Berufsstand damit aber nicht. Laut dem französischen Bauernverband (FNSEA) war der Zuschuss akzeptabel, solange die Agrardieselpreise bei etwa 1.12 Franken (1,20 Euro) pro Liter lagen, mittlerweile sei aber die Marke von rund 1.40 Franken (1,5 Euro) pro Liter überschritten. Der Verband fordert daher, die Beihilfe zu verdoppeln.

Ein stärkeres Eingreifen des Staates wünscht sich der kleinere Landwirtschaftsverband Coordination Rurale (CR). Er spricht sich dafür aus, den Preis für Agrardiesel (GNR) bei 93 Rappen (1 Euro) pro Liter zu deckeln. Gegenfinanziert werden soll diese Massnahme nach den Vorstellungen des CR durch Einsparungen an anderer Stelle, etwa indem die Agentur für die Entwicklung und Förderung des ökologischen Landbaus (Agence Bio) oder die Biodiversitätsbehörde (OFB) aufgelöst werden.

Deutschland zahlt Rabatt für alle

In Deutschland gibt es – neben der Anfang 2026 wieder eingeführten Agrardieselrückvergütung in Höhe von 21,48 Cent (19,90 Rp.) pro Liter – momentan keine Krisenbeihilfe speziell für Landwirte. Die Betriebe können aber vom allgemeinen Tankrabatt profitieren, der für Anfang Oktober angekündigt ist.

Dabei handelt es sich um eine befristete Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe um etwa 14 Cent (13,26 Rp.) je Liter. In Deutschland wird diese Massnahme über einen parlamentarischen Umweg umgesetzt: Die Koalitionsfraktionen brachten die Steuererleichterung per Änderungsantrag im Versicherungs-Sanierungs-, Abwicklungs- und Aufsichtsänderungsgesetz (VSAAG) unter. Der Bundestag berät das Gesetz bereits am morgigen Freitag (25. September) in zweiter und dritter Lesung. Am gleichen Tag steht das VSAAG auch auf der Tagesordnung des Bundesrates. 

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