Ein geringerer Einsatz von Antibiotika in der Tier- und Humanmedizin führt zu weniger antibiotikaresistenten Bakterien. Das ist das Ergebnis einer umfassenden Analyse des Europäisches Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC), der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA).
Dabei wurde erstmals die Resistenz von Escherichia coli (E. coli) in Abhängigkeit von Konsumtrends bei Antibiotika untersucht.
Um 40 Prozent gesenkt
«Die Verwendung von weniger Antibiotika in der Tierproduktion zahlt sich aus: In den meisten Ländern, die den Einsatz von Antibiotika reduziert haben, haben wir einen entsprechenden Rückgang der Resistenzraten beobachtet», erklärte der geschäftsführende Direktor der EFSA, Bernhard Url.
Die nationalen Anstrengungen zur Verringerung des Antibiotikaverbrauchs seien erfolgreich. Zwischen 2014 und 2021 sei in Europa allein der Antibiotikaeinsatz bei Tieren um 44% reduziert worden.
Jährlich 35’000 Todesfälle
Die Analyse hat laut Url einen Zusammenhang zwischen den Antibiotikaresistenzen bei Menschen und dem Antibiotikaeinsatz in der Veterinärmedizin nahegelegt. «Anstrengungen, um unnötigen Antibiotikaverbrauch zu verringern, sind unerlässlich, um der öffentlichen Gesundheitsgefahr von Antibiotikaresistenzen entgegenzuwirken2, stellte die geschäftsführende Direktorin der EMA, Emer Cooke, ergänzend klar.
Die Antibiotikaresistenzen verursachen laut Schätzungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) jährlich etwa 35’000 Todesfälle im Europäischen Wirtschaftsraum sowie Gesundheitskosten von 11,16 Mrd. Franken (11,7 Mrd. Euro).
