
Einige Australische Landwirte verkleinerten schon ihre Herden, um den Futterbedarf zu senken.
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Den Landwirten in Australien drohen kräftige Produktionseinbussen. Auslöser ist das Klimaphänomen El Niño, das dem Land nach Einschätzung der Commonwealth Bank (CBA) eine anhaltende Trockenheit bescheren dürfte. Neben höheren Energie- und Düngemittelpreisen, teuren Krediten, steigenden Zinsen und einem Arbeitskräftemangel wäre dies ein weiterer Rückschlag für den Agrarsektor, erklärte CBA-Agrarökonom Dennis Voznesenski. Zusätzlich könnte ein Produktionsdefizit im Agrarbereich – ähnlich der Dürre 2002/03 – die Inflation in Australien um etwa 0,25 Prozentpunkte nach oben treiben.
Laut CBA verändern die Landwirte schon jetzt ihre Fruchtfolgen und setzen verstärkt auf weniger wasserintensive Feldfrüchte. Weizen und Gerste lösten im Anbau bereits Raps und Kichererbsen ab. Dadurch sein die Farmer jedoch stärker auf den Weizenmarkt angewiesen und verzichteten auf vielfältigere Einkommensquellen.
Rekordnachfrage aus den USA
Trockenere Bedingungen setzten aber auch die Tierhalter unter Druck, so das Finanzinstitut. Einige Landwirte verkleinerten schon ihre Herden, um den Futterbedarf zu senken. Dadurch gingen die Viehpreise nach unten. Für die heimischen Verbraucher dürften die Fleischpreise jedoch aufgrund der Rekordnachfrage aus den USA hoch bleiben, vor allem bei Rindfleisch.
Sarah Hunter, Chefökonomin der Reserve Bank of Australia, äusserte die Befürchtung, dass El Niño das Bestreben der Zentralbank, die Inflation einzudämmen, zunichtemachen könnte. Ziel sei es, die Teuerungsrate, die im Augst bei 4 Prozent gelegen habe, auf 2,5 Prozent abzusenken. Hunter verwies in diesem Zusammenhang auf den jüngsten Ausbruch der Geflügelpest. Sollte sich die Tierseuche auf kommerzielle Produzenten ausbreiten, könnten die Eierpreise um 60 Prozent ansteigen, die Geflügelfleischpreise um 20 Prozent.