Bauern endlich helfen

Nach Ansicht des Bundes Deutscher Milchviehhalter (BDM) muss die Bildung einer Branchenorganisation rechtlich erleichtert werden. Auf einer Veranstaltung des Verbandes von vergangener Woche in Brüssel forderte BDM-Vorstandssprecher Hans Foldenauer entsprechende Änderungen an der Gemeinsamen Marktordnung (GMO) im Zuge der anstehenden Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP).

Nach Ansicht des Bundes Deutscher Milchviehhalter (BDM) muss die Bildung einer Branchenorganisation rechtlich erleichtert werden. Auf einer Veranstaltung des Verbandes von vergangener Woche in Brüssel forderte BDM-Vorstandssprecher Hans Foldenauer entsprechende Änderungen an der Gemeinsamen Marktordnung (GMO) im Zuge der anstehenden Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP).

Es müsse leichter möglich sein, dass sich die Milchbauern organisierten. 

Anders sei es kaum möglich von Erzeugerseite Marktmacht aufzubauen und kostendeckende Preise zu erzielen. Zudem verlangte Foldenauer eine Unterbindung unlauterer Handelspraktiken bereits auf der Primärstufe, also zwischen den Bauern und Molkereien. Des Weiteren plädierte er dafür, die Marktbeobachtungsstelle für Milch weiterzuentwickeln. Diese müsse zu einer wirkungsvolleren „Ampel für den Milchmarkt“ ausgestaltet werden. 

Der BDM-Bundesvorsitzende Stefan Mann mahnte die Brüsseler Politik, endlich zu handeln. Nach der Milchkrise im Jahr 2016 und der Dürre in diesem Jahr seien die finanziellen Reserven der meisten Milchviehhalter „restlos aufgezehrt“.Mann stellte zugleich klar, dass die Branche weiterhin bereit sei, selbst Verantwortung zu übernehmen. Man wolle keine Almosen. Man wolle vielmehr die Möglichkeit erhalten, kostendeckend Milch zu produzieren. 

Die SPD-Agrarpolitikerin Maria Noichl kritisierte, dass es vor allem von Seiten der EU-Kommission das Hauptziel zu sein scheine, den Weltmarkt möglichst mit „billigen“ Milchprodukten zu beliefern. Stattdessen wäre es aber viel wichtiger, dass die Milchbauern von ihrer Arbeit leben und kostendeckende Preise für ihre Produkte erzielen könnten, erklärte die Europaabgeordnete. 

Der Agrarsprecher der Grünen im Europaparlament, Martin Häusling, verwies darauf, dass seit dem Jahr 1999 gut 42% der Landwirte in Deutschland aufgegeben hätten. Dies zeige, dass die Agrarpolitik zuletzt „nicht so erfolgreich“ gewesen sein könne. Häusling beklagte, dass den Bauern ein immer geringerer Anteil an der Wertschöpfung bei Lebensmitteln, nämlich gegenwärtig im Schnitt nur noch 18%, zukomme.

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