Bauern-Protest: 1000 km Stau

Am Dienstag haben die Bauern in den Niederlanden demonstriert. Aus Protest gegen das «negative Image» der Landwirtschaft haben sie den Verkehr lahmgelegt.

Am Dienstag haben die Bauern in den Niederlanden demonstriert. Aus Protest gegen das «negative Image» der Landwirtschaft haben sie den Verkehr lahmgelegt.

Tausende Bauern haben sich auf den Weg nach Den Haag gemacht und haben dadurch Hunderte Kilometer lange Staus verursacht. Die grossen Zufahrtsstrassen in die Stadt wurden verstopft. Insgesamt erreichten die Staus eine Länge von mehr als tausend Kilometern. 

Bauern sind keine Tierquäler

Die Bauern demonstrierten in Den Haag gegen einschneidende Massnahmen im Bereich der Landwirtschaft. Die Agrarbranche wird aus Sicht der protestierenden Landwirte einseitig für Umweltprobleme wie den Klimawandel und den zu hohen Stickstoffausstoss verantwortlich gemacht. Den Landwirten geht es nach eigener Auskunft darum, nicht mehr als «Tierquäler und Umweltverschmutzer» wahrgenommen zu werden. «Wir haben ein Herz für unser Geschäft», skandierten die Bauern.

Hintergrund der Proteste ist ein Vorstoss der Regierungspartei D66. Der Viehbestand in den Niederlanden sollte nach den Vorstellungen der linksliberalen Partei um die Hälfte verringert werden. Wie der D66-Parlamentsabgeordnete Tjeerd de Groot am 9. September in Den Haag erklärte, könnten die Stickstoffemissionen durch die Abstockung der Hühnerherde um 50 Millionen Tiere und des Schweinebestandes um 6 Millionen Tiere drastisch verringert werden.

Keine Zukunft für intensive Tierhaltung

Ausserdem würden dadurch Flächen für den Wohnungsbau frei. «In den Niederlanden gibt es keine Zukunft für die intensive Tierhaltung», prognostizierte De Groot. Dem Parlamentarier zufolge droht derweil der Wohnungsbau wegen des Stickstoffproblems zum Stillstand zu kommen. «Auch der Bau von Strassen und öffentlichen Verkehrsmitteln ist dadurch gefährdet, und die Schädigung der Natur durch Stickstoff ist viel zu gross», kritisierte er.

Rund 70% der niederländischen Stickstoffemissionen stammten gemäss dem Politiker aus der Landwirtschaft und ein grosser Teil davon aus der intensiven Tierhaltung. Der Beitrag der intensiven Tierhaltung zur Wirtschaft belaufe sich dagegen auf weniger als 1%. de Groot forderte die Bauern auf, den Übergang zu einer «Kreislauflandwirtschaft» zu vollziehen.

Bauern verärgert

Die Bauernverbände sind über diese Aussagen verärgert. Sie werfen D66 vor, mit falschen Zahlen für die Stickstoffbelastung zu argumentieren. Nur 20 Prozent des Stickstoffs, der in Naturschutzgebieten lande, stamme aus der Landwirtschaft. Der niederländische Bauernverband (LTO) stellte klar, dass die Agrarbranche bereits viel für die Verbesserung der Nachhaltigkeit getan hätte.

Die Bauern heben zudem die Wichtigkeit ihres Sektors hervor. Laut dem niederländischen Bauernverband LTO waren die Exporte der 54'000 Betriebe und anderer landwirtschaftlicher Geschäfte im vergangenen Jahr 90,3 Milliarden Euro wert. Damit sind die Bauern eine wichtige Säule für die niederländische Wirtschaft. 

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