Die Bauern in Kolumbien haben nach Zugeständnissen der Regierung ihre Ende Mai begonnenen Massenproteste beendet. Die Proteste forderten mehrere Todesopfer und hatten massive Verkehrsbehinderungen zur Folge.
«Wir haben beschlossen, auf unser Land zurückzukehren und die Bewegung auszusetzen», erklärte die Organisation der Indigenen (ONIC) am Sonntag. Die Regierung habe Fortschritte im Agrarsektor, bei den Menschenrechten und bei der Landaufteilung versprochen. Innenminister Juan Fernando Cristo bestätigte ein entsprechendes Abkommen.
In der Protestbewegung hatten sich Angehörige der indigenen Bevölkerung und der afrokolumbianischen Minderheit sowie Landarbeiter zusammengeschlossen. Sie richtete sich gegen gestiegene Importe im Zuge von Freihandelsabkommen mit Europa und den USA, gegen die Armut der Landbevölkerung und gegen die zunehmende Unsicherheit durch marodierende Banden.
Mehrfach eskalierten die Proteste in Gewalt, mindestens zwei Demonstranten wurden getötet. An den Protesten beteiligten sich zehntausende Menschen. Sie blockierten unter anderem die Panamericana, die Hauptverbindungsstrasse von Süd- nach Nordamerika. Das führte laut Regierung zu einer Knappheit bei der Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten.