Blitzkredite für Frankreichs Bauern

Vor dem Hintergrund steigender Treibstoffpreise hat die französische Regierung eine weitere Massnahme zur Unterstützung der Landwirte und des Transportsektors angekündigt.

Auch in Frankreich versucht der Staat, trotz klammer Kassen die wirtschaftlichen Folgen der steigenden Energiepreise abzufedern. Liquiditätsengpässen als Folge der steigenden Treibstoffpreise will die Regierung nun mit unbürokratisch und kurzfristig vergebenen Krediten der staatlichen Investitionsbank Bpifrance begegnen.

Wie das Wirtschaftsministerium mitteilte, können die «Blitzkredite» von kleinsten, kleinen und mittleren Unternehmen in Anspruch genommen werden. Neben Landwirten sind auch Fischer und der Transportsektor antragsberechtigt.

Den Ressortangaben zufolge umfassen die Darlehen zwischen 5000 Euro (4600 Franken) und 50’000 Euro (46’000 Franken) bei einer Laufzeit von maximal 36 Monaten und einem Zinssatz von 3,8%. Sicherheiten werden nicht verlangt.

Laut Ministerium müssen die Unternehmen aber mehr als ein Jahr bestehen und mindestens 5% ihres Umsatzes für Treibstoff aufwenden. Zudem muss Bpifrance Einsicht in Bankunterlagen erhalten.

Vor einigen Tagen hat die französische Regierung bereits angekündigt, im April keine Verbrauchssteuer auf Agrardiesel zu erheben. Daneben soll ein Zahlungsaufschub bei Steuern und Sozialabgaben den landwirtschaftlichen Betrieben unter die Arme greifen. Zumindest diese beiden Maßnahmen waren im Berufsstand allerdings als unzureichend eingestuft worden; auch die Blitzkredite dürften den Unmut nicht in nennenswertem Umfang dämpfen.

Der französische Bauernverband (FNSEA) hat in der vergangenen Woche nochmals deutlich gemacht, dass die Betriebe aus seiner Sicht um mindestens 30 Cent pro Liter Diesel entlastet werden müssen. Mit der Verbrauchssteuer sollen lediglich 4 Cent von der Rechnung genommen werden. Große Sorgen bereiten dem FNSEA auch die Preise für Düngemittel. Der Verband pocht daher nach wie vor darauf, den Grenzausgleichsmechanismus für Kohlenstoffemissionen (CBAM) auszusetzen.

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