
Um die wachsende Nachfrage zu decken, wären laut der Studie zufolge bis 2040 deutschlandweit jährlich 130 bis 180 neue Ställe erforderlich. (Symbolbild)
bki
Angesichts dieser Schätzung ist es laut der «Roland Berger Geflügelstudie 2026»notwendig, die heimische Produktion auszubauen. Aktuell reicht die Eigenerzeugung nicht aus, um den Bedarf zu decken: Der Selbstversorgungsgrad liegt über alle Geflügelarten hinweg bei 91 %.
Um die wachsende Nachfrage künftig stärker aus dem Inland zu bedienen und die Versorgung krisenfester zu machen, wären der Unternehmensberatung zufolge bis 2040 allein bei Hähnchen deutschlandweit jährlich 130 bis 180 neue Ställe erforderlich. Demnach bedarf es auch zusätzlicher Kapazitäten in der Schlachtung und Verarbeitung.
Branche ist bereit
Die Voraussetzungen für Investitionen seien grundsätzlich gut, heisst es in der Studie weiter. Deutschland gilt aufgrund seines gemässigten Klimas, ausreichender Wasser- und Flächenressourcen sowie qualifizierter Fachkräfte, kurzer Wege und eng vernetzter Wertschöpfungsketten als Gunstregion für die Geflügelfleischerzeugung.
Zudem sei die deutsche Geflügelwirtschaft bereit, 1 Mrd. Euro (950 Millionen Franken) in moderne Ställe sowie zusätzliche Schlacht- und Verarbeitungskapazitäten zu investieren. Dafür müssten seitens der Politik jedoch zentrale Voraussetzungen erfüllt werden.
Herkunftskennzeichnung ist wichtig
Konkret gefordert wird in der Studie der Abbau von Bürokratie sowie vereinfachte und beschleunigte Genehmigungsverfahren – auch für die Umnutzung leer stehender Ställe. Wichtig sei zudem eine lückenlose Herkunftskennzeichnung, die auch die Gastronomie und die Gemeinschaftsverpflegung umfasst, um die hohen deutschen Standards bei Nachhaltigkeit, Tierwohl, Biosicherheit sowie Umwelt- und Verbraucherschutz im Wettbewerb sichtbar zu machen. Schliesslich müssten Tierwohl-, Umwelt-, Arbeits- und Kontrollstandards im EU-Binnenmarkt harmonisiert und für Importe aus Drittstaaten äquivalente Anforderungen oder wirksame Ausgleichsmechanismen geschaffen werden.
Die «Roland Berger Geflügelstudie 2026» wurde im Auftrag des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft erstellt. Sie basiert unter anderem auf Daten des Bundeslandwirtschaftsministeriums, des Statistischen Bundesamts (Destatis) sowie weiteren wissenschaftlichen und marktbasierten Quellen. Die Szenarien bis 2040 beruhen auf der statistischen Fortschreibung der Entwicklungen aus den vergangenen 15 beziehungsweise 30 Jahren.