Chinas Zusatzzölle auf Rindfleisch

Chinas neue Zusatzzölle auf Rindfleisch treffen vor allem grosse Exportnationen wie Brasilien und Australien, während die Auswirkungen auf die Europäische Union gering bleiben dürften.

Chinas Zusatzzölle stossen international auf Kritik. Für europäische Produzenten dürften sich die Auswirkungen derweil in Grenzen halten. Laut dem Verband der Fleischwirtschaft (VDF) erfüllen in der EU aktuell nur Lettland und Ungarn die Voraussetzungen, tatsächlich auf das chinesische Festland exportieren zu dürfen. Auch Deutschland hat dem Verband zufolge nicht alle nötigen Schritte durchlaufen, um tatsächlich Rindfleisch nach China verkaufen zu können.

Zahlen des Statistischen Amtes der EU (Eurostat) legen nahe, dass selbst die bestehenden Möglichkeiten bislang kaum genutzt werden. Für den Zeitraum von Januar bis Oktober 2025 weist die Statistik eine im globalen Handel zu vernachlässigende EU-Exportmenge von 22 Tonnen Richtung China aus, die ausschliesslich aus Ungarn stammen.

Brasilien besonders stark betroffen

Deutlich stärker betroffen von den Handelsrestriktionen ist Brasilien. Das südamerikanische Land hat allein in den ersten elf Monaten 2025 insgesamt 1,329 Mio. Tonnen Rindfleisch nach China exportiert. Für das Jahr 2026 sieht die Volksrepublik nun eine Quote von 1,106 Mio. Tonnen für Rindfleisch aus Brasilien vor. Für darüber hinausgehende Mengen müsste der neue zusätzliche Zollsatz von 55 % gezahlt werden.

Laut dem brasilianischen Verband der Fleischexportindustrie (ABIEC) und dem brasilianischen Landwirtschafts- und Viehzuchtverband (CNA) macht der zusätzliche Zollsatz Anpassungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette notwendig. Insgesamt stehe der Export nach China für 48,3 % der brasilianischen Rindfleischausfuhren. Auch beim Beratungsunternehmen Scot Consulting geht man davon aus, dass die Exporte von brasilianischem Rindfleisch nach China im Jahr 2026 zurückgehen werden. Der Zoll von 55 % werde ausserhalb der Quote eine prohibitive Wirkung entfalten.

Kritik auch aus Australien

In Australien zeigte man sich ebenfalls wenig erfreut über die neuen chinesischen Zölle. Für 2026 ist eine Quote von 205 000 Tonnen vorgesehen, während allein von Januar bis November 2025 295 000 Tonnen nach China exportiert worden sind. Dabei handelte es sich allerdings um ungewöhnlich hohe Ausfuhren, da Australien 2025 teilweise Importe ersetzte, die zuvor aus den USA stammten.

Die Branchenorganisation Meat and Livestock Australia (MLA) erklärte, Australien sei ein vertrauenswürdiger Handelspartner und man werde sich weiterhin für umfangreiche Rindfleischexporte nach China einsetzen. Der australische Fleischindustrieverband AMIC bezeichnete den neuen Zoll hingegen als «unfair und unangemessen».

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