D: Agrarland wird teurer 

Agrarflächen in Deutschland verteuerten sich 2024 im Durchschnitt um 5 Prozent. Trotz regionaler Unterschiede bleibt der landwirtschaftliche Bodenmarkt angespannt – besonders in Westdeutschland sind die Preise deutlich höher als im Osten.

Agrarland wird insgesamt noch immer teurer. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) stieg der Preis für landwirtschaftliche Flächen im Jahr 2024 im Bundesdurchschnitt gegenüber dem Vorjahr um gut 5 Prozent auf 35'300 Euro (33'500 Franken) je Hektar. Gekennzeichnet ist der landwirtschaftliche Bodenmarkt nach wie vor von deutlichen West-Ost-Unterschieden. Im westlichen Bundesgebiet lag der durchschnittliche Kaufpreis für Agrarland 2024 bei 53'500 Euro (50'800 Franken) je Hektar, im östlichen Bundesgebiet bei 16'800 Euro (16'000 Franken) je Hektar.

Überdurchschnittlich fielen die Preissteigerungen in Schleswig-Holstein sowie in Ländern mit relativ niedrigem Preisniveau wie Sachsen, Brandenburg und dem Saarland aus. Rückläufig gegenüber dem Vorjahr waren die Bodenpreise dagegen in Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Mehr Flächen verkauft

Laut Destatis wechselten im Vorjahr 63'100 Hektar landwirtschaftliche Flächen den Eigentümer. Das waren 2 Prozent mehr als 2023. Während die Verkaufsfläche in Westdeutschland 2024 um 3 Prozent auf einen Umfang von 31'800 Hektar zulegte, nahm sie in Ostdeutschland mit 31'300 Hektar nur um 1 Prozent zu.

An der Spitze rangierte Niedersachsen mit einer verkauften landwirtschaftlichen Fläche von 10'200 Hektar, gefolgt von Brandenburg mit 9'800 Hektar. Mit 2,91 Hektar lag die durchschnittliche Fläche je Veräusserungsfall im Osten Deutschlands wesentlich höher als im Westen mit 1,40 Hektar. Für 2024 ergab sich bei den Agrarlandverkäufen in Deutschland ein Gesamtumsatz von 2,228 Mrd. Euro (2,12 Mrd. Franken). Das waren annähernd 8 Prozent mehr als im Jahr davor.

«Landwirtschaftliche Flächen bleiben knapp»

Für den Vorsitzenden des Bundesverbandes der gemeinnützigen Landgesellschaften (BLG), Christopher Toben, zeigt das Preisplus von 5 Prozent im Bundesschnitt, «dass landwirtschaftliche Flächen insgesamt knapp bleiben und nachgefragt sind». Toben wies zugleich gegenüber AGRA Europe darauf hin, dass die Entwicklungen 2024 regional sehr unterschiedlich verlaufen seien.

In vielen Regionen hätten die Kaufpreise für landwirtschaftliche Flächen stagniert oder seien leicht zurückgegangen, nachdem sie in den Vorjahren deutlich nach oben gegangen seien. Demgegenüber komme es in solchen Regionen zu stärkeren Preissteigerungen, in denen Bau- und Infrastrukturvorhaben einen grösseren Flächenbedarf auslösten.

Grosse Kaufpreisunterschiede

Je nach Bodengüte, Nutzungsart und regionaler Lage sind die Preisunterschiede beim Kauf von Agrarflächen erheblich. Insbesondere Acker- und Grünland laufen weit auseinander. Im Bundesdurchschnitt erzielte ein Hektar Ackerland im Jahr 2024 einen Kaufpreis von 42'800 Euro (40'700 Franken) – das waren 6 Prozent mehr als 2023. Mit 24'800 Euro (23'600 Franken) je Hektar lag der durchschnittliche Kaufpreis für Grünland deutlich darunter.

Im statistischen Durchschnitt steigt der Kaufpreis bis zu einer veräusserten Fläche von 5 Hektar deutlich an. Veräusserungen von Flächen mit einer Grösse von mehr als 5 Hektar erzielten geringere und damit unterdurchschnittliche Preise. Zudem ist die Preisentwicklung dieser grösseren Flächen weniger dynamisch, bei Grünland sogar rückläufig.

Regionale Spitzenwerte

Die höchsten Kaufpreise für Acker- und Grünland wurden in den Regierungsbezirken Nieder- und Oberbayern sowie Münster erzielt. Sie liegen um etwa das Zehnfache über den Kaufwerten in den Regionen mit den niedrigsten Preisen.

Wie der BLG erläuterte, ist für die hohen Preisstände vor allem die starke Nachfrage nach Bebauungs-, Verkehrs- und Ausgleichsflächen nach dem Bundesnaturschutzgesetz massgebend. Für eine Knappheit am Bodenmarkt sorgten in vielen Regionen auch Fördermöglichkeiten nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), Aktivitäten der Kommunen zur Bodenbevorratung sowie die von privaten Stiftungen, Fonds und speziellen Banken betriebene Umnutzung landwirtschaftlicher Flächen für Naturschutzzwecke.

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