Nach 30 Jahren ohne Ausbrüche sind mehrere Fälle der Newcastle-Krankheit (ND) in Deutschland festgestellt worden.
Oli Hallberg und Priska Fuhrer
Demnach waren in Brandenburg in einem Legehennenbestand mit etwa 375’000 erhöhte Tierverluste und ein Rückgang der Legeleistung zu verzeichnen. In daraufhin eingeleiteten Untersuchungen habe man die Seuche amtlich nachgewiesen. In Bayern sind laut den Landkreis-Angaben ungefähr 30’000 Masthähnchen betroffen. In beiden Fällen sind die bei ND vorgesehenen Schutzmassnahmen inzwischen angelaufen.
Newcastle-Krankheit (ND)
Die Newcastle-Krankheit (ND) ist eine hochansteckende Viruskrankheit bei Geflügel, die auch durch Wildvögel verbreitet werden kann. Besonders betroffen sind Hühner, aber auch Gänse, Enten, Tauben sowie Zier- und Wildvögel. Die Krankheit gilt als Zoonose, jedoch stecken sich Menschen nur selten an.
Bei Tieren kann die Infektion ohne Symptome verlaufen oder schwere Krankheitszeichen verursachen. Typische Symptome sind verminderter Appetit, Fieber, Schläfrigkeit, starker Durst, Atemprobleme und Niesen. Kranke Tiere sitzen oft mit offenem Schnabel in dunklen Ecken. Je nach Virus kann die Krankheit unterschiedlich schwer verlaufen; in akuten Fällen liegt die Sterblichkeit bei 90–100 %. the
Eine Woche zuvor war im Südosten von Brandenburg in einer Putenmast mit 23’000 Tieren der seit 30 Jahren erste ND-Fall in Deutschland festgestellt worden. Kurz darauf gab es einen Nachweis in einem 100’000 Tiere umfassenden Legehennenbetrieb bei Erding in Bayern. Wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf Anfrage mitteilte, geht es bei diesen beiden Fällen von Punkteinträgen aus dem Ausland aus. Erst die nächste Zeit werde zeigen, ob es zu einer weiteren Ausbreitung komme. Erhöhte Vorsichtsmassnahmen seien geboten.
In Deutschland herrscht eine Impfpflicht gegen die ND. Laut dem FLI ist trotz Impfung aber eine Infektion möglich. So sei zum Beispiel der Impfschutz von Jungtieren während der Aufzuchtphase nur schwach. Die ND ist auf der ganzen Welt verbreitet. In Europa tritt sie derzeit vor allem in Polen auf, in geringeren Fallzahlen aber auch zum Beispiel in Spanien.