D: Bauernpräsident kritisiert Discounter

Beim Spitzengespräch zu den Produzentenpreisen in Stuttgart kritisiert Bauernpräsident Joachim Rukwied das Auftreten von Lidl und Aldi scharf. Die fehlende Teilnahme von Spitzenvertretern wertet er als Affront gegenüber der Politik.

AgE |

Das Spitzengespräch Produzentenpreise, das auf Einladung des baden-württembergischen Landwirtschaftsministers Peter Hauk in Stuttgart stattfand, schlägt Wellen bis zur Grünen Woche nach Berlin.

«Affront»

Beim Fachforum Milch des Deutschen Bauernverbandes (DBV) bezeichnete es Joachim Rukwied als «Affront» gegenüber der Politik, dass die beiden Discounter Lidl und Aldi keine Verantwortlichen aus der ersten Reihe zu dem Spitzengespräch entsandt hätten, während für Edeka Südwest Geschäftsführer Jürgen Mäder und für die Rewe Group die Leiterin Public Affairs, Emilie Bourgoin, teilgenommen hätten. Für Rukwied ist eine öffentlich so zur Schau gestellte Geringschätzung durchaus beispielhaft für das aktuelle Geschäftsgebaren der Discounter, die Ladenpreise für Milchprodukte immer weiter zu drücken.

Noch vor sechs Wochen sei die Nervosität bei den Discountern angesichts der von Milchbauern angedrohten Blockaden gross gewesen, erinnerte Rukwied beim Fachforum. Da habe man die Politik auch noch gebraucht, um notfalls juristisch gegen die Blockade von Discounter-Filialen und Auslieferungslagern durch Milchbauern vorzugehen.

Partnerschaft mit dem Handel betont

Bauernpräsident Rukwied wollte seine Kritik aber nicht als generelles «LEH-Bashing» verstanden wissen. «Die Lebensmitteleinzelhändler sind unsere Marktpartner und es ist gut, dass wir gemeinsam die Zentrale Koordination Handel-Landwirtschaft (ZKHL) eingerichtet haben», stellte er klar.

Die gemeinsam auf den Weg gebrachte Herkunftskennzeichnung «Gutes aus deutscher Landwirtschaft» sei auf einem guten Weg – aktuell Richtung 2000 gelisteter Produkte. Als Ziel gab Rukwied einmal mehr das Ziel aus, «die 10’000 schnell zu schaffen, weil das die heimische Land- und Ernährungswirtschaft stärkt». Dazu sei es wichtig, diese Partnerschaft weiter zu leben und auszugestalten, damit mehr ökonomische Wertschöpfung in der Kette auch bei den Landwirten ankomme. 

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