
Laut den deutschen Bauernverbänden braucht es schnellere und mehr Hilfen.
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Die von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer angekündigten Hilfsmassnahmen hält der Deutsche Bauernverband (DBV) angesichts der desolaten wirtschaftlichen Lage vieler Landwirtschaftsbetriebe für nicht ausreichend.
Generalsekretärin Stefanie Sabet betonte, dass für die mittel- und langfristige Stabilität der Branche ein «noch umfangreicheres Massnahmenpaket notwendig» sei. Sabet sprach von einer «echten Liquiditätskrise» und betonte, dass die Betriebe kurzfristig liquide Mittel im Herbst benötigten, um die nächste Ernte vorzufinanzieren.
Aufstockung der Düngehilfen gefordert
Angesichts der angespannten wirtschaftlichen Situation muss aus Sicht des DBV nachgebessert werden. «Das EU-Düngemittelhilfspaket muss auf 180 Mio. Euro (169 Mio. Franken) aufgestockt und unbürokratisch im Herbst ausgezahlt werden», wiederholte Sabet eine bereits bekannte Verbandsforderung.
Auch die zugesagten GAP-Direktzahlungen müssten jetzt schnell auf die Höfe kommen. Dem Bauernverband schwebt eine Auszahlung von 80 % der Mittel noch im Oktober vor; der Rest müsse garantiert im Dezember an die Betriebe fliessen.
Konkrete Zuschüsse statt Kredite
Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) sieht in zinsverbilligten Darlehen nicht die Lösung für die aktuell dürregeplagten Betriebe. Aus Sicht des geschäftsführenden Vorstands Peter Röhrig werden stattdessen konkrete Hilfen wie beispielsweise Transportkostenzuschüsse benötigt.
Auch die zusätzlichen Direktzahlungen für 2027 kämen für Betroffene «zu spät». «Diese Förderung mit der Giesskanne lehnen wir ab», ergänzte Röhrig. Für zielführender hält der BÖLW Investitionen, um künftigen extremen Wetterereignissen besser trotzen zu können.
NABU setzt auf Vorsorge
Seine grundsätzliche Kritik an der Aufstockung pauschaler Flächenprämien bekräftigte der Naturschutzbund Deutschland (NABU).
«Wir müssen jetzt in eine widerstandsfähige Landwirtschaft investieren, statt zu versuchen, die Folgen von Wetterextremen Jahr für Jahr mit Hilfszahlungen abzufedern», betonte der NABU-Agrarexperte Phillip Brändle.