
Dänemark zählt derzeit lediglich rund 45 Wölfe, die ursprünglich aus Deutschland eingewandert sind.
zvg
Die dänischen Umweltbehörden reagieren auf mehrere erschreckende Vorfälle mit Wölfen: Sie erlauben es Privatpersonen, auf sogenannte Problemwölfe zu schiessen. Vorausgesetzt, die Tiere nähern sich Menschen auf weniger als 30 Meter. Wie die «Zuger Zeitung» berichtet, benötigen Personen dafür eine Jagdlizenz sowie eine Bewilligung der Behörden. Die Sonderregel gelte im Gebiet Oksbøl im Südwesten Dänemarks, das etwa so gross ist wie der Kanton Schaffhausen.
Dem Entscheid vorausgegangen seien mehrere Begegnungen zwischen Menschen und auffällig zutraulichen Wölfen. Besonders grosses Aufsehen hat der Fall einer 14-Jährigen erregt, die abends vor einer Sporthalle plötzlich einem Wolf gegenüberstand. Das Mädchen konnte sich laut dänischen Medien nur noch in ein vorbeifahrendes Auto retten.
Das Mädchen hat den Wolf mit ihrem Handy gefilmt:
Laute Schreie und Gestikulieren
In einem weiteren Fall sind drei Wölfe einer Person bis ins Dorf Blåvand gefolgt und näherten sich bis auf zwei Meter. Selbst laute Schreie und Gestikulieren hätten die Tiere nicht davon abgehalte, weiterzulaufen. Auch ein Landwirt berichtete, dass ihm im April gleich sechs Wölfe langsam bis zu seinem Hof gefolgt seien.
Forscher vermuten hinter dem ungewöhnlichen Verhalten einen menschlichen Einfluss. Der Wolfsforscher Peter Sunde von der Universität Aarhus geht laut «Zuger Zeitung» davon aus, dass die Tiere möglicherweise gezielt gefüttert wurden. «Wenn sie nahe kommen, ohne dass Hunde dabei sind, dann müssen sie Menschen mit Futter in Verbindung bringen», erklärte er. Wilde Tiere würden ein solches Verhalten normalerweise vermeiden.
Aus Deutschland eingewandert
Dänemark zählt derzeit lediglich rund 45 Wölfe, die ursprünglich aus Deutschland eingewandert sind. Das Land ist flächenmässig etwa mit der Schweiz vergleichbar. Laut dem Artikel stehe es in Dänemark wegen der kleinen Population derzeit nicht zur Diskussion, Wölfe präventiv abzuschiessen.
Dagegen wird in Dänemark auch über nicht-tödliche Methoden diskutiert, wie es in der «Zuger Zeitung» heisst. So spreche sich die Tierschutzorganisation Dyrenes Beskyttelse beispielsweise dafür aus, Problemwölfe mit Paintball-Gewehren zu vergrämen, um ihre natürliche Scheu vor Menschen wiederherzustellen.