
Der Dänische Bauernverband (L&F), der das Vorhaben bereits mehrfach kritisiert hatte, lehnte den Entwurf umgehend ab. Das Hauptargument: Trinkwasserschutz lasse sich auf lokaler Ebene deutlich besser und zielgerichteter regeln als durch nationale Vorgaben.
Karsten Bergmann
Der in der Landwirtschaft umstrittene Gesetzentwurf des dänischen Umweltministeriums zu den geplanten Einschränkungen beim Pflanzenschutz liegt nun vor. Er sieht ein landesweites Anwendungsverbot für Pflanzenschutzmittel in sensiblen Grundwasserneubildungsgebieten vor.
Zudem soll dort das Ausbringen von Klärschlamm sowie kontaminierter Erde untersagt werden. Das Vorhaben war bereits im Regierungsprogramm angekündigt worden. Die Gesetzesvorlage ist aktuell in der Konsultationsphase, die noch bis zum 4. November 2026 andauert.
Knapp 6 Prozent der Ackerfläche
Die betroffene landwirtschaftliche Fläche wird im Entwurf auf 135’000 bis 152’000 Hektar taxiert – das entspricht rund 6% der gesamten dänischen Ackerfläche. Eine vollständige Kartierung steht allerdings noch aus. Der Gesetzentwurf enthält zudem mehrere Verordnungsermächtigungen. So sollen sowohl die genaue Festlegung der Gebiete als auch die Kriterien und die Höhe der Entschädigungen für betroffene Betriebe erst nach der Verabschiedung per Durchführungsverordnung geregelt werden.
Die zuständige Ressortchefin Maria Reumert Gjerding bezeichnete den Gesetzentwurf als «Meilenstein» für die Sicherung sauberen Trinkwassers und fand weitere deutliche Worte: «Dies ist ein Bruch mit jahrzehntelangem Versagen beim Schutz des Trinkwassers, bei dem die Massnahmen auf Freiwilligkeit beruhten.»
Lokal statt national regeln
Der nationale Bauernverband (L&F), der das Vorhaben bereits mehrfach kritisiert hatte, lehnte den Entwurf umgehend ab. Das Hauptargument: Trinkwasserschutz lasse sich auf lokaler Ebene deutlich besser und zielgerichteter regeln als durch nationale Vorgaben. Zudem sei die geplante Massnahme fachlich nicht fundiert.
«Das zeichnet das Bild einer Regierung, die Gesetze erlässt, deren Folgen niemand kennt und die in ländlichen Gebieten für Unsicherheit sorgt», kommentierte L&F-Präsident Søren Søndergaard. Er bekräftigte seine Kritik, dass die Regierung auch hier gegen das beschlossene grüne Transformationsabkommen verstosse. Dieses war seinerzeit auch unter Mitwirkung von L&F verhandelt worden.