Deutscher Energieminister will Verkaufsstopp von Agrartreibstoff

Der deutsche Entwicklungsminister Dirk Niebel hat angesichts steigender Lebensmittelpreise gefordert, den Verkauf des umstrittenen Superbenzins E10 an den Tankstellen vorerst zu stoppen.

sda/afp |

Der deutsche Entwicklungsminister Dirk Niebel hat angesichts steigender Lebensmittelpreise gefordert, den Verkauf des umstrittenen Superbenzins E10 an den Tankstellen vorerst zu stoppen.

Da der Agrartreibstoff in Deutschland sowieso nie akzeptiert worden sei, «muss man überdenken, ob das der richtige Weg ist», sagte Niebel am Mittwoch dem Nachrichtensender n-tv. «Und solange man denkt, sollte man E10 aussetzen», forderte der Minister.

«Konflikt zwischen Tank und Teller» 

Es handle sich um einen «Konflikt zwischen Tank und Teller». Gerade bei steigenden Lebensmittelpreisen könne Agrarsprit zu stärkerem Hunger in der Welt beitragen.

Niebel äusserte sich vor dem Hintergrund der derzeitigen schweren Dürre in den USA, die erhebliche Ernteausfälle zur Folge haben dürfte. Das Bundesumweltministerium und auch das Verkehrsministerium wollten sich zu den Äusserungen des Entwicklungsministers nicht äussern.

Seit langem in der Kritik

Das Superbenzin E10, das einen Anteil von zehn Prozent Agrarsprit enthält, wurde ab Anfang 2011 an Deutschlands Tankstellen schrittweise eingeführt.

Es steht schon seit langem auch bei Umweltschützern in der Kritik wegen Bedenken, die Nutzung von Ackerflächen für den Anbau von Pflanzen für die Benzinerzeugung verknappe das Lebensmittelangebot und lasse dadurch die Preise steigen.

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