
Zur Vorbereitung auf Krisenfälle soll laut dem deutschen Landwirtschaftsminister auch die Landwirtschaft stärker berücksichtigt werden.
Ingo Kramarek
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hat seine Ankündigung, die staatliche Notfallreserve auszubauen, erneut bekräftigt. Beim Neujahrsempfang des Lebensmittelverbands Deutschland Mitte Januar in Berlin betonte der CSU-Politiker, dass ein «Update» notwendig sei – gerade auch vor dem Hintergrund aktueller Krisensituationen wie dem mehrere Tage andauernden Stromausfall im Südwesten Berlins.
Von dem Vorfall waren zu Beginn des Jahres rund 100’000 Menschen betroffen. Rainer knüpft mit seinen jüngsten Äusserungen an seine im vergangenen Sommer vorgetragene Anregung an, verzehrfertige Gerichte wie Dosen-Ravioli ebenfalls für den Krisenfall einzulagern.
«Landwirtschaft muss mitberücksichtig werden»
Ohne die klassische Notfallreserve aufzulösen, soll laut Rainer gemeinsam mit den Branchenexperten eine «neue Struktur entstehen». Das Thema müsse mehr Aufmerksamkeit erhalten. Auch bei Übungen der Bundeswehr muss die Land- und Ernährungswirtschaft aus Sicht des Agrarministers mitgedacht werden. Dazu wäre sein Haus bereits in Gesprächen mit dem zuständigen Verteidigungsministerium.
Auch die Ernährungswirtschaft hat das Thema auf dem Schirm und für den 24. März eine Veranstaltung zum Thema «Crisis Proof» geplant, bei der die Versorgungssicherheit im Fokus stehen soll. Die Vizepräsidentin des Lebensmittelverbands, Charlotte Rosendahl, kündigte den Termin in ihrer Begrüssung an. Der Vorfall in Berlin habe verdeutlicht, wie fragil die hoch entwickelte Infrastruktur hierzulande sei.
Auch die Lebensmittelbranche sei davon getroffen worden. Durch den Ausfall der Kühlketten seien viele Nahrungsmittel verdorben. Agrarressortchef Rainer begrüsste den Ansatz, Experten zum Thema zusammenbringen und gemeinsam über sinnvolle Massnahmen zu diskutieren. «Das ist genau der Weg, den wir gehen wollen», betonte Rainer.