
Im Osten Deutschlands war Agrarland in Mecklenburg-Vorpommern am teuersten; dort wurden im Schnitt 24’176 Euro/ha (22’484 Franken/ha) bezahlt.
Karin Nussbaum
Der langfristige Trend steigender Kaufpreise bei Agrarland hat sich im vergangenen Jahr in Deutschland nicht weiter fortgesetzt. Das zeigen nach Angaben des Bundesverbandes gemeinnütziger Landgesellschaften (BLG) die jetzt vom Statistischen Bundesamt (Destatis) vorgelegten Zahlen. Demnach wurden im Bundesdurchschnitt rund 35’000 Euro (32’550 Franken) je Hektare gezahlt, womit der 2024 verzeichnete Wert leicht um 300 Euro (279 Franken) beziehungsweise 0,9% unterschritten wurde.
Grünland deutlich günstiger
Ausschlaggebend dafür waren laut der BLG-Vorsitzenden Daniela Degen-Lesske rückläufige Kaufpreise bei Ackerland, vor allem bei Flächenkäufen im Segment ab 5 Hektaren. 2025 wurden für eine Hektare Ackerland im bundesweiten Schnitt 42’134 Euro (39’184 Franken) gezahlt. Im Vergleich zu den 42’800 Euro (39’804 Franken), die im Vorjahr erzielt wurden, war das ein Minus von 1,6%.
Anders sah die Entwicklung hingegen beim Grünland aus, das generell deutlich günstiger gehandelt wird. Hier legte der Durchschnittspreis im Vorjahresvergleich deutlich um 15% auf 28’587 Euro/ha (26’586 Franken/ha) zu. In vielen Bundesländern sind die Kaufpreise für Grünland gestiegen, vor allem bei grösseren Flächen ab 5 Hektaren. Dazu dürfte nach Einschätzung von Degen-Lesske die 2025 noch günstige Wirtschaftslage der Rinder- und Milchviehhalter beigetragen haben.
Deutliche West-Ost-Unterschiede
Regional klafften die durchschnittlichen Kaufwert sehr stark auseinander, mit deutlichen West-Ost-Unterschieden. Den bundesweiten Spitzenwert hielt 2025 Nordrhein-Westfalen mit 80’732 Euro/ha (75’081 Franken/ha), gefolgt von Bayern mit 78’170 Euro/ha (72’698 Franken/ha) und – weit dahinter – Schleswig-Holstein mit 39’187 Euro/ha (36’444 Franken/ha).
Im Osten Deutschlands war Agrarland in Mecklenburg-Vorpommern am teuersten; dort wurden im Schnitt 24’176 Euro/ha (22’484 Franken/ha) bezahlt. Dicht dahinter folgte Sachsen-Anhalt mit 23’133 Euro/ha (21’514 Franken/ha).
Mehr Agrarland verkauft
Deutlich gestiegen ist den Statistikern zufolge im vergangenen Jahr der Umfang der verkauften Fläche. Bundesweit wechselten insgesamt 73’584 Hektaren den Eigentümer; das waren knapp 10’500 Hektaren oder 16,6% mehr als 2024. Damit gingen laut BLG 4 Promille aller Flächen in neue Hände über. Allerdings wird dem Verband zufolge die Agrarstruktur insgesamt nach wie vor deutlich stärker durch Verpachtung und Vererbung geprägt als durch Kauf.
In Westdeutschland wurden mit einem Gesamtumfang von 37’467 Hektaren 17,8% mehr Agrarflächen veräussert als im Vorjahr. Die meisten Agrarflächen kamen in Niedersachsen zum Verkauf; dort waren es rund 11’800 Hektar. Dahinter folgt Bayern mit etwa 9’600 Hektaren. Um 15,3% auf 36’116 Hektar legte die verkaufte Fläche in Ostdeutschland zu. Dort führte Brandenburg das Ranking mit 11’000 Hektaren an. An zweiter Stelle lag Sachsen-Anhalt mit 7'406 Hektaren.