«Die Welt braucht es. Russland hat eine Verantwortung, es zu verlängern», sagte von der Leyen am Donnerstag am Rande eines Treffens der EU-Kommission mit den Vereinten Nationen. Andernfalls werde die weltweite Ernährungssicherheit gefährdet sein.
Zuvor hatte Guterres einen Brief an Russlands Präsidenten Wladimir Putin geschrieben, um das am Montag auslaufende Abkommen mit Moskau zum Export von ukrainischem Getreide zu retten. Darin legte er dar, wie Russlands Forderungen mit der Fortführung der Exporte in Einklang gebracht werden könnten. Die Kommissionspräsidentin sagte dazu: «Jetzt liegt der Ball also bei Präsident Putin, und die Welt schaut zu».
Das Getreideabkommen hatte im vergangenen Sommer eine monatelange russische Seeblockade ukrainischer Schwarzmeerhäfen beendet. Damit kann die Ukraine als einer der bedeutenden Getreideexporteure weltweit wieder Korn ausführen – wenn auch im beschränkten Umfang. Die Ukraine verteidigt sich bereits seit mehr als 16 Monaten gegen einen Angriffskrieg Russlands.
Die UN hatten betont, wie wichtig eine Fortführung für die globale Versorgung mit Nahrungsmitteln sei. Parallel zur Ausfuhr des ukrainischen Getreides hatten sich die Parteien auch auf ein Abkommen zum leichteren Export von Lebensmitteln und Düngemitteln aus Russland geeinigt. Moskau beklagte aber immer wieder, dass vor allem westliche Sanktionen teils unüberwindbare Hürden für die russischen Behörden darstellten und droht nun erneut mit einer Aufkündigung des Abkommens. Das Getreideabkommen läuft am 17. Juli aus.

https://schweizerzeitung.ch/russland-liefert-humanitaere-hilfen-nach-afrika-erstes-schiff-mit-getreide-unterwegs/