
Grund für die kleinere EU-Sojaernte sind Hitze und Trockenheit, die die Erträge in Teilen Mittel- und Westeuropas gedrückt haben.
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Die EU-Sojaernte 2026 dürfte laut Donau Soja mit 2,5 bis 2,6 Mio. Tonnen rund 10 bis 15 Prozent unter Vorjahresniveau liegen. Grund seien Hitze und Trockenheit, die die Erträge in Teilen Mittel- und Westeuropas gedrückt hätten, heisst es im aktuellen Marktbericht der Organisation. Kroatien, Rumänien und Polen könnten dagegen Erträge nahe ihrem Fünfjahresdurchschnitt erzielen.
Neben Soja auch Palmöl
Der Verein weist darauf hin, dass die geschrumpfte Produktion mit dem näher rückenden Start der europäischen Verordnung für entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR) zusammenfällt. Donau Soja unterstreicht, dass die EUDR ab dem 30. Dezember 2026 von grossen und mittleren Unternehmen sowie Händlern angewendet werden muss. Kleinst- und Kleinunternehmen haben noch etwas länger Zeit. Hier wird am 30. Juni 2027 gestartet. Betroffen sind neben Soja auch Palmöl, Kaffee, Kakao, Rinder, Holz und Kautschuk.
Donau Soja erinnert daran, dass die Unternehmen nachweisen müssen, dass ihre Ware entwaldungsfrei ist, geltendem Recht des Erzeugerlands entspricht und einer Sorgfaltspflichtprüfung unterliegt.
Soja-Versorgung wird knapper und ungleichmässiger
Donau Soja zufolge wird sich die aktuelle Situation künftig noch verschärfen, was Firmen dazu zwingen könnte, sich neue Lieferanten zu suchen. Marktinformationen könnten zwar helfen, das zu erkennen, ersetzten laut Donau Soja die EUDR-Sorgfaltspflicht aber nicht: Lieferantendaten, Geolokalisierung auf Flächenebene, Rechtmäßigkeit und Entwaldungsrisiken müssten Unternehmen weiterhin selbst erheben.
Laut der Leiterin der Aussenbeziehungen bei Donau Soja, Jovana Djisalov, ist die EUDR «nicht nur eine rechtliche Anforderung, sondern auch eine Herausforderung für die Datenlage zu den Lieferketten». Firmen müssten wissen, welche Daten vorlägen, wo Lücken bestünden und wer diese schliesse. Früh mit dieser Arbeit zu beginnen, verschaffe Zeit für die Zusammenarbeit mit Partnern und bessere Datenqualität, so Djisalov.
Start wurde schon zweimal verschoben
Ursprünglich sollte die Verordnung bereits Ende 2024 an den Start gehen. Auf Druck vor allem aus der Agrar- und Forstwirtschaft wurde die Anwendung des Gesetzes – inklusive inhaltlicher Änderungen – auf Vorschlag der Kommission und mit Billigung von Rat und EU-Parlament zweimal verschoben. Wie die zuständige EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall im Interview mit Agra Europe klarstellte, soll es nun allerdings keinen weiteren Aufschub geben.