
England hat nach NFU-Angaben innerhalb von fünf Jahren drei Dürreperioden erlebt.
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Nach dem trockensten Juli seit 190 Jahren verschärft sich die Dürre in England trotz der jüngsten Regenfälle weiter. Laut staatlichen Angaben sind inzwischen 71,3 Prozent der Landesfläche betroffen. Bis zum 18. August seien zudem erst 17 Prozent der für den Monat durchschnittlichen Niederschlagsmenge gefallen.
Die britische Regierung intensiviert nun ihr Krisenmanagement: Das zuständige Fachgremium National Drought Group tagt angesichts der Lage künftig wöchentlich, wie das Landwirtschaftsministerium (DEFRA) am Donnerstag (20.8.) mitteilte.
71 Millionen Franken für die Landwirtschaft
Doch auch finanzielle Unterstützung ist bereits auf den Weg gebracht. Die Regierung kündigte ein Hilfspaket in Höhe von 65 Mio. Pfund (71 Mio. Franken) für Landwirte in England an. Davon sollen allein 50 Mio. Pfund (55 Mio. Franken) in das Programm für eine nachhaltige Bewirtschaftung (Sustainable Farming Incentive – SFI) fliessen, dessen Gesamtbudget sich damit auf 290 Mio. Pfund (317 Mio. Franken) erhöht. Das Programm ist die Nachfolgeregelung für die bisherigen Mittel aus der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP).
Darüber hinaus sollen bis zu 15 Mio. Pfund (16 Mio. Franken) für hofeigene Wasserspeicher bereitgestellt werden. Zudem soll es mehr Flexibilität bei Umweltprogrammen geben, damit Landwirte weiterhin Zahlungen erhalten und praktische Massnahmen zum Schutz von Vieh, Ernte und Flächen ergreifen können, heisst es aus London.
Bauernverband begrüsst Unterstützung
Der englische Bauernverband (NFU) begrüsste das neue Regierungspaket als «sehr wichtige strategische Unterstützung». Der Verband sieht zentrale Forderungen zu Dürrehilfe, Wasserversorgung und betriebseigener Speicherung darin berücksichtigt. Um die Nahrungsmittelversorgung zusätzlich abzusichern, forderte die NFU jedoch, der Wasserversorgung für die Lebensmittelproduktion generell Priorität einzuräumen.
Die Dürre treffe die Landwirte zudem in einer Zeit, in der sie bereits unter Liquiditätsdruck stünden und dringend Unterstützung benötigten. Bei einem Hofbesuch am vergangenen Samstag betonte Premierminister Andy Burnham, Ernährungssicherheit sei nationale Sicherheit.
England hat nach NFU-Angaben innerhalb von fünf Jahren drei Dürreperioden erlebt. Dies führte wiederholt zu einer extrem frühen Ernte und historisch niedrigen Erträgen.