Erbschaftssteuer: Proteste von Farmer zeigen Wirkung

Die britische Regierung reagiert auf den Druck der Landwirtschaft und kündigt höhere Freibeträge bei der geplanten Erbschaftssteuer an.

AgE |

Die breiten Proteste der britischen Farmer gegen die geplante Erbschaftssteuer zeigen Wirkung. Landwirtschaftsministerin Emma Reynolds hat auf der Oxford-Farming-Konferenz des englischen Bauernverbandes (NFU) Änderungen an dem Regierungsvorhaben angekündigt.

Nach ihren Worten soll der Freibetrag für die Erbschaftssteuer auf landwirtschaftliche und gewerbliche Immobilien statt der bislang vorgesehenen rund 1,1 Mio. Franken (1,2 Mio. Euro) auf rund 2,8 Mio. Franken (2,8 Mio. Euro) erhöht werden. Die Änderungen an der Erbschaftssteuer sollen im April in Kraft treten.

Reynolds zufolge bedeutet dies, dass Ehepaare bis zu rund 5,6 Mio. Franken (5 Mio. Pfund) vererben können, ohne Erbschaftssteuer auf ihr Vermögen zu zahlen. Dies soll zusätzlich zu den bestehenden Freibeträgen gelten. Diese belaufen sich auf rund 360’000 Franken (374’700 Euro) sowie auf rund 555’000 Franken (576’520 Euro), wenn die selbst genutzte Immobilie vererbt wird. Im Vereinigten Königreich zahlt der Vererbende die Steuer beziehungsweise sie wird im Todesfall aus dem Nachlass beglichen.

Positive Reaktion des Bauernverbandes

Die Ministerin betonte, dass rund 85 % der Nachlässe, die Steuererleichterungen für landwirtschaftliche Vermögen (APR) sowie einschliesslich derjenigen, die Erleichterungen auf Betriebsvermögen (BPR) in Anspruch nehmen, nach Berechnungen des Agrarressorts (DEFRA) keine Erbschaftssteuer mehr zahlen würden. Die APR umfasst eine 100-prozentige Befreiung auf landwirtschaftliche Vermögen, sofern bestimmte Kriterien erfüllt sind. Bewertet werden diese anhand des landwirtschaftlichen Wertes («land value») und nicht anhand des höheren Marktwertes («development value»), wodurch die Steuerlast geringer ausfällt.

NFU-Präsident Tom Bradshaw äusserte sich in einer ersten Reaktion wohlwollend zu den angekündigten Nachbesserungen. «Zwar muss weiterhin Steuer gezahlt werden, aber dies wird die Steuerlast für viele Familienbetriebe und die arbeitende Bevölkerung auf dem Land erheblich verringern», erklärte Bradshaw.

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