Nach Ernteausfällen ist im westafrikanischen Niger nach UNO-Angaben die Ernährung von mehr als dreieinhalb Millionen Menschen nicht sichergestellt. Nach Ernteausfällen sind die Nahrungsmittelvorräte vieler Bauern aufgebraucht.
Die Zahl der Menschen, die akut von Lebensmittelknappheit bedroht seien, sei von 2,5 Millionen im Januar auf 3,6 Millionen im Mai gestiegen, teilte das UNO-Büro zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) am Freitag in Nigers Hauptstadt Niamey mit.
Der Niger ist ein trockenes und armes Land mit einer schnell steigenden Bevölkerungszahl, in dem es immer wieder Lebensmittelkrisen gibt. Die nigrische Regierung hatte im April noch mitgeteilt, dass 2,5 Millionen Menschen von der Lebensmittelknappheit bedroht seien.
Als Gründe für die Ernteausfälle wurden Dürreperioden, Überschwemmungen und Schädlinge genannt. Nigers Regierung und internationale Hilfsorganisationen wollen nach UNO-Angaben nun knapp 1,5 Millionen Menschen mit kostenlosen Lebensmitteln versorgen.
Angespannt ist die Lage vor allem in der Grenzregion Diffa im Südosten des Landes, wo die Armee gegen die Islamistengruppe Boko Haram aus dem benachbarten Nigeria kämpft. Dort haben mehr als 150'000 Flüchtlinge vor den Islamisten Schutz gesucht. Insgesamt sind in Diffa nach UNO-Angaben fast 457'000 Menschen von der Lebensmittelknappheit bedroht.