Erneut Proteste gegen Wasserspeicher

In Frankreich wird weiter um den künftigen Umgang mit den knapper werdenden Wasserressourcen gerungen. In den vergangenen Tagen protestierten mehrere Tausend Personen gegen den Bau von Wasserspeichern für die Bewässerung von landwirtschaftlichen Kulturen. 

In La Rochelle im Département Charentes-Maritime gingen am 20. Juli zwischen 6’000 und 10’000 Personen auf die Strasse. Nach Angaben der örtlichen Staatsanwaltschaft waren darunter auch bis zu 500 Angehörige des sogenannten schwarzen Blocks.

Mit Tränengas aufgelöst

Der Hauptteil der Demonstration verlief laut Medienberichten «familienfreundlich». Aus den Reihen der in einem eigenen Zug organisierten Krawallmacher wurden jedoch zahlreiche Sachbeschädigungen begangen, unter anderem wurden Bushaltestellen zerstört. Daraufhin löste die Gendarmerie diesen Zug unter Einsatz von Schlagstöcken und Tränengas auf. Offiziellen Angaben zufolge wurden vier Beamte sowie fünf Demonstranten leicht verletzt; insgesamt wurden sieben Personen festgenommen.

Am Vortag hatten bereits zwischen 3’800 und 6’500 Personen gegen Wasserspeicher im Département Vienne demonstriert. Sie sahen sich mehr als 3’000 Sicherheitskräften gegenüber. Als sich der Zug in Richtung der Produktionsstätte eines Saatgutunternehmens wandte, setzten die Gendarmen Tränengas zur Auflösung der Demonstration ein. Durch die Granaten wurden Feldbrände ausgelöst. Ansonsten blieb der Protest ohne besondere Vorkommnisse.

Moratorium für Wasserspeicher

Die Konflikte um die Nutzung der Wasserressourcen dürften sich in Frankreich auf absehbare Zeit weiter verschärfen. Nicht einfacher ist die Situation durch die jüngsten Neuwahlen der Nationalversammlung geworden, aus denen das Linksbündnis «Neue Volksfront» (NFP) überraschend als stärkste Kraft hervorgegangen war. Zwar ist eine Regierungsbildung noch nicht in Sicht, das Lager von Staatspräsident Emmanuel Macron dürfte seinen bewässerungsfreundlichen Kurs aber nicht ohne Weiteres fortsetzen können. Die NFP hatte im Wahlkampf unter anderem ein Moratorium für den Bau von Wasserspeichern angekündigt.

Um der Bedeutung des Themas gerecht zu werden, hat Macron derweil den Posten eines interministeriellen Beauftragten für Wassermanagement in der Landwirtschaft geschaffen. Erster Amtsinhaber ist der bisherige Generaldirektor der Wasserbehörde Loire-Bretagne, Martin Gutton. Unter der Aufsicht von Agrar- und Umweltressort soll er die Umsetzung der von der Regierung bereits angekündigten Vorhaben koordinieren.

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