Erntehelfer wegen miesen Bedingungen entschädigt

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat Griechenland wegen desaströser Bedingungen für Tagelöhner auf einer griechischen Erdbeerplantage verurteilt. Das Gericht sprach von einer Arbeitssituation vergleichbar mit Menschenhandel und Zwangsarbeit.

sda |

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat Griechenland wegen desaströser Bedingungen für Tagelöhner auf einer griechischen Erdbeerplantage verurteilt. Das Gericht sprach von einer Arbeitssituation vergleichbar mit Menschenhandel und Zwangsarbeit.

Geklagt hatten 42 Bangladescher, die zwischen 2012 und 2013 für etwa 22 Euro am Tag für die Erdbeerernte angeheuert worden waren. Die Migranten waren in Hütten ohne Toiletten und fliessendes Wasser untergebracht und wurden von bewaffneten Aufsehern bewacht. Nachdem Löhne nicht gezahlt worden waren, kam es zu Protesten. Ein Vorarbeiter schoss auf die Kläger und verletzte sie zum Teil schwer.

Der Gerichtshof wirft Griechenland nun in dem am Donnerstag veröffentlichten Urteil vor, die Migranten nicht ausreichend vor Menschenhandel und Zwangsarbeit geschützt zu haben. Die Behörden hätten lange vor den Protesten von der Situation auf den Erdbeerplantagen gewusst, jedoch nicht genug dagegen getan. Die Richter monierten zudem, dass die Verantwortlichen nicht ausreichend zur Rechenschaft gezogen worden seien.

Athen muss den Klägern nun jeweils zwischen 12'000 und 16'000 Euro Entschädigung zahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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