EU droht mit Strafzoll auf Orangen

Die Europäische Kommission arbeitet an Gegenmassnahmen zu den von US-Präsident Donald Trump angekündigten Strafzöllen auf Stahl und Aluminium. Eine «politische Botschaft» sei in Vorbereitung, verlautete am Freitag in Brüssel aus EU-Kreisen.

Die Europäische Kommission arbeitet an Gegenmassnahmen zu den von US-Präsident Donald Trump angekündigten Strafzöllen auf Stahl und Aluminium. Eine «politische Botschaft» sei in Vorbereitung, verlautete am Freitag in Brüssel aus EU-Kreisen.

Auf einer Liste mit Artikeln aus den USA, die von Brüssel mit Strafzöllen belegt werden könnten, stünden etwa Industrieprodukte, landwirtschaftliche Produkte und Nahrungsmittel. Brüssel sei bereit zu handeln, sobald es eine «genaue Bestätigung» der Zölle auf Stahl- und Aluminium aus den USA gebe. 

Medienberichten zufolge sollen US-Kultmarken wie etwa Harley-Davidson-Motorräder oder Jack-Daniels-Whiskey auf der Liste stehen, dazu Orangen aus Florida - Produkte also aus Bundesstaaten, in denen Trump grosse Unterstützung geniesst. Auch in den USA angebaute Kartoffeln oder Tomaten könnten mit einem Strafzoll belegt werden. Diese Produkte könnten auf der Liste stehen, sie sei aber noch nicht abgeschlossen, verlautete in Brüssel.

«Wir müssen ein Gleichgewicht finden zwischen der politischen Botschaft an Trump und den Produkten, die wir brauchen», hiess es weiter. Zudem dürften die Gegenmassnahmen nicht gegen die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) verstossen.

Trump hatte am Donnerstag bei einem Treffen mit US-Branchenvertretern angekündigt, er wolle die Strafzölle kommende Woche abzeichnen. Bei Stahl sollen 25 Prozent auf den Import aufgeschlagen werden, bei Aluminium zehn Prozent. Trump will damit US-Unternehmen vor Konkurrenz schützen und so neue Jobs schaffen. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker warnte umgehend, die Europäische Union werde entsprechend reagieren, «um ihre Interessen zu verteidigen». Die Kommission werde in den kommenden Tagen einen Vorschlag für Gegenmassnahmen vorlegen.

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