
Brasilien ist der Fläche nach der fünftgrösste und mit rund 215 Millionen Einwohnern der Bevölkerung nach der siebtgrösste Staat der Erde.
Gleidiçon Rodrigues
Brasiliens Rindfleischexporteure hoffen darauf, im kommenden Jahr wieder auf den EU-Markt liefern zu dürfen. Das hat der Präsident des Branchenverbandes Abiec, Roberto Perosa, heimischen Medien mitgeteilt. Er setzt auf eine zügige Wiedererlangung der EU-Listung und darüber hinaus auf eine Übergangsregelung.
Dafür hat der Verband laut Perosa kürzlich in Brasília einen Vorschlag vorgelegt, der bislang allerdings noch nicht öffentlich erläutert wurde. Ziel einer Übergangsregelung ist es, das Geschäft noch vor Ablauf des zweijährigen Produktionszyklus in der Rinderhaltung wieder aufzunehmen. Denn vor allem die lange Spanne von der Geburt bis zur Schlachtung bereitet der brasilianischen Rindfleischbranche aktuell Sorgen. Der Grund: Die EU schreibt vor, dass Rinder während ihrer gesamten Lebenszeit keine antimikrobiell wirksamen Wachstumsförderer erhalten dürfen.
Neues Zertifizierungsprotokoll
Perosa zeigte sich optimistisch, dass Brasilien schon bald auf die EU-Liste der Rindfleischlieferanten zurückkehrt. Im Geflügelfleisch- und Honigbereich sieht er die Weichen bereits gestellt.
Auch bei Rindfleisch habe sich Brasilien auf die EU zubewegt. Er verwies auf das neue Zertifizierungsprotokoll für Rinder, die ohne den Einsatz antimikrobieller Wachstumsförderer aufgezogen wurden. Brasilien hatte dieses im Frühsommer in Kraft gesetzt, um den Importanforderungen der EU zu entsprechen. Bislang nutzen die brasilianischen Viehhalter das Protokoll laut Perosa jedoch nur verhalten.
Streit um das Lieferkontingent
Was den Rindfleischexport in die EU angeht, kämpft Abiec gemeinsam mit der brasilianischen Staatsregierung derzeit noch an einer weiteren Front. Hier geht es um die Aufteilung des zollreduzierten Lieferkontingents von insgesamt 99’000 Tonnen im Rahmen des EU-Mercosur-Handelsabkommens. Brasilien, Argentinien und Uruguay setzen sich dafür ein, das Kontingent nach den bisherigen Liefermengen aufzuteilen. Paraguay als kleiner, aber schnell wachsender Exporteur fordert dagegen eine Vergabe zu gleichen Teilen, also jeweils 25% pro Land.
Darin fühlt sich Paraguay durch den aktuellen Lieferstopp der Brasilianer bestätigt. Denn die historischen Werte würden nicht die aktuelle Lieferfähigkeit widerspiegeln.
Uruguay blickt nach China
Gleichzeitig hat sich die Allianz zwischen Brasilien und Uruguay jüngst weiter gefestigt. Hintergrund ist, dass Uruguay seine bisher ungenutzten Lieferrechte für China zumindest teilweise an Brasilien abtreten möchte.
Das würde Brasilien nach dem Wegfall europäischer Abnehmer die Möglichkeit bieten, den heimischen Markt etwas zu entlasten. Die endgültige Entscheidung darüber fällt nun in Peking.
Landet dann als Bio Weidebeef in der Theke😁